Genusswochenende im Spreewald und Erzgebirgsgipfel

17.-19.07. 2026 Radeln, Paddeln und Solebad, Entspannung im Spreewald

Spreewald
Üppiges Grün im Spreewald

Gemeinsam mit Elke ging es an diesem Sommerwochenende in den nahen Spreewald, um ein paar ganz entspannte Tage in dieser besonderen Landschaft zu verbringen. Am Freitagmorgen fuhren wir per Regio bis Lübbenau, wo der Tag schon gut bei einem Frühstück am Spreewaldhafen begann. Von dort radelten wir gemütlich den wunderschönen Radweg auf dem Damm zwischen zwei Fließen, parallel der Hauptspree, durch den märchenhaften Wald in Richtung Leipe. Dieser Abschnitt vereint die verschiedensten Radwege der Region, wie Spreeradweg, Gurkenradweg, Kranichtour und den Niederlausitzer Kreisel.

Spreewald
Radweg auf dem Damm zwischen Lübbenau und Leipe
Spreewald
Verwunschener Spreewald

Ich erinnerte mich sofort an eine Wintertour 2021 genau auf dieser Strecke, als ich begeistert bei Frost und Schnee diese Landschaft per Rad durchquerte (siehe Galerie Märkische Landschaften). Heute radelten wir, trotz der anhaltenden Trockenheit, dagegen durch ein grünes Paradies. Über das romantische Leipe ging es anschließend durch die typische offene Landschaft des Spreewaldes mit den großen Höfen, den typischen Häusern, Wiesen, Weiden und Feldern in Richtung Burg. Dort war dann auch das heutige Ziel erreicht, wir bezogen unser Quartier in der Spreewaldtherme und hinein ging es in das Bad, mit der heilsamen Thermalsole in verschiedenen Konzentrationen und Temperaturen, wo der Abend entspannt (abschließend an der Hotelbar) ausklang.

Am nächsten Morgen bekamen wir Verstärkung aus Berlin für eine gemeinsame Paddeltour durch die Fließe um Burg, zu viert begaben wir uns auf zwei Booten in das Labyrinth des Spreewaldes und „tauchten“ tief in die zauberhafte Landschaft ein. Erfreulicherweise spielte auch das Wetter mit, wir erwischten einen angenehmen, nicht zu heißen, Sommertag (die Prognosen sprachen zuvor immer von Regen!). Im Labyrinth aus den unzähligen Fließen des Spreewaldes verliert man ganz schnell die Orientierung, wir hatten deswegen von unserem Vermieter (auf diesem Weg einen lieben Gruß an André vom Spreewaldhof Netzker) eine gute Karte des Gebietes und Tipps mit auf den Weg bekommen. Vom Boot ergibt sich ja ein ganz anderer Blickwinkel als vom Rad. Wie im Dschungel fühlt man sich angesichts des üppigen Grün links und rechts, unzählige Libellen bevölkern die von Teichrosen bewachsenen Uferzonen, dazu die unglaubliche Stille!

Spreewald
Wie im Dschungel…, Paddeln im Spreewald
Spreewald
Radweg bei Burg

Am Nachmittag radelten wir dann wieder durch die Spreewaldidylle rund um Burg, bevor der Tag erneut entspannt in der Therme beendet wurde. Der Sonntag begann mit dem, hier langersehnten Landregen, wir wurden nun doch noch etwas nass auf dem kurzen Weg nach Suschow. Dort trafen wir uns für ein gemeinsames Essen mit unserer Verwandtschaft, dann fuhren wir am Nachmittag nach diesem schönen Wochenende ab Vetschau heimwärts.

Spreewald
Typische Weidehaltung zwischen knorrigen Bäumen im Spreewald
Spreewald
Dem Storch ist es gerade zu nass

 

Schon drei Tage später begab ich mich erneut auf eine Radtour:

22.07.2026 Cranzahl – Oberwiesenthal – Fichtelberg – Cunnersdorf – Annaberg-Buchholz + Leipzig  (57 km, ca. 900 Höhenmeter)

Nach der gemeinsamen Entspannung am vergangenen Wochenende im Spreewald, hatte ich mir heute die sportliche Aufgabe gestellt, den Fichtelberg (mit 1214 m höchster Berg Sachsens und ganz Mitteldeutschlands) mit dem Rad zu „erklimmen“.

Die Fichtelbergbahn bei der Abfahrt in Cranzahl
Erzgebirge
Die ersten Kilometer hinauf zur Talsperre Cranzahl, Blick zurück auf den Startort

Ich startete 5:35 Uhr in Südkreuz per ICE, diesen verließ ich schon in Leipzig und erreichte nach einem weiterem Umstieg in Chemnitz meinen Ausgangsort Cranzahl im Erzgebirge gegen 9.45 Uhr. Dort auf 630 Höhenmetern gab es gleich nach der Ankunft ein kleines Spektakel zu beobachten, als die historische Fichtelbergbahn schnaufend und dampfend mit dem Ziel Oberwiesenthal vom Bahnhof abfuhr. Oberwiesenthal war auch mein erstes Zwischenziel, auf dem Weg dorthin gab es jedoch schon einige, so nicht erwartete, Herausforderungen zu meistern. Gleich hinter dem Bahnhof fuhr ich zunächst stetig, aber noch moderat, hinauf zur Talsperre Cranzahl. Blickfang auf diesen ersten Kilometern war der 898 m hohe Bärenstein, da kamen Erinnerungen aus meiner Kindheit an einen wunderbaren Winterurlaub im gleichnamigen Ort vor über 50 Jahren hoch. Was gab es damals für einen herrlichen Winter dort!

Erzgebirge
Einer der steilen Anstiege an der Strecke, Blick zurück am Stümpelweg

Hinter der Talsperre begann der Wald, aus dem ich erst in erst in Kretscham kurz herauskam, bevor ich bis Oberwiesenthal wieder in den Bergwald hineinfuhr. Auf diesem Abschnitt entlang der Torfstraße und anschließend des Stümpel- und Bärenfangweg wurde es stellenweise so steil, das ich absteigen musste um die Beine und das Rad nicht schon am Anfang zu überlasten. Dabei kam ich an einem riesigen Marmor Steinbruch vorbei, im Erzgebirge wird also auch Marmor gefördert, das wusste ich bisher nicht. Den höchsten Punkt erreichte ich an der Stümpelhütte auf 1019 m. Ab dort ging es bis hinein in den Kurort Oberwiesenthal nur noch bergab. Die höchste Stadt Deutschlands liegt nämlich auf gut 900 Höhenmetern.

Erzgebirge
Erster Blickfang bei der Einfahrt in Oberwiesenthal, Sprungschanzen am Fichtelberg, links unten die Fichtelberg-Schwebebahn
Erzgebirge
Alte Poststraße mit Obelisk oberhalb von Oberwiesenthal
Erzgebirge
Am Grenzübergang nach Tschechien
Erzgebirge
Blühende Fichtelbergwiesen

In Oberwiesenthal kam ich ca. 11:45 an, passierte als erstes die Sprungschanzen am Fichtelberg, anschließend den Ortskern und fuhr allerdings, ohne Stopp hier, weiter direkt zur Alten Poststraße. Diese historische Passstraße nach Böhmen (nun ein Wander-und Radweg) führt hinauf auf ca. 1050 Höhenmeter und bildet auch heute an ihrer höchsten Stelle die Grenze nach Tschechien (auch dort musste ich an der steilen Rampe unmittelbar vor der Grenze ein Stück schieben). Hier, wie auch schon in Oberwiesenthal schaut man von der Poststraße immer wieder auf den Keilberg, dem mit 1244 m höchsten Berg des Erzgebirges auf der böhmischen Seite (der Fichtelberg bleibt dagegen von dieser Seite versteckt hinter seinem kleinen Bruder). Ich machte noch einen kurzen Abstecher in die nahe böhmische Bergstadt Gottesgab (heute Bozi Dar) auf über 1000 Höhenmetern, bevor ich den finalen Gipfelanstieg startete. Dafür nutzte ich die asphaltierte Fichtelbergstraße, welche zunächst an der Sachsenbaude vorbei, moderat anstieg. Lediglich der obere Abschnitt, schon mit Blick zum Fichtelberghaus auf dem Gipfel als Ansporn, verlangte ein letztes Mal noch die ganze Kraft.

Erzgebirge
Ziel in Sicht, Fichtelberghaus auf dem Gipfel

Schlag 13:00 Uhr kam ich oben an, Zeit für eine Rast um diesen Glücksmoment auszukosten. Gerade zogen dunkle Regenwolken über den Erzgebirgskamm, es war ziemlich kalt und windig hier auf über 1200 Metern, doch es blieb den ganzen Tag trocken und teils sogar sonnig bei angenehmen Temperaturen. Die Fernsicht war nicht so schlecht, doch ich gönnte mir zunächst ein Gipfelbier und dazu ausnahmsweise mal eine Rostbratwurst. Das Panorama kann nicht ganz mit dem Brocken im Harz mithalten (siehe Touren 2025), was einfach der Dominanz dieses Berges geschuldet ist. Nach einer halben Stunde begann ich zu frösteln und machte mich auf den Weg hinab, hinein ins Vergnügen einer nicht enden wollenden. rasanten Abfahrt durch den tiefgrünen Gebirgswald.

Erzgebirge
Blick vom Fichtelberg hinüber zum Keilberg
Erzgebirge
Ein Wahrzeichen und Blickfang ist die über 100 Jahre alte Fichtelberg-Schwebebahn
Erzgebirge
Blick zum Kleinen Fichtelberg (1206)

Der Wald um den Fichtelberg machte einen verhältnismäßig gesunden Eindruck, was für ein Gegensatz zu den vollkommen abgestorbenen Flächen um den Brocken im Nationalpark Oberharz. Auch im Thüringer Wald habe ich oft großflächige Waldschäden gesehen. Für die Abfahrt wählte ich zunächst ab der Sachsenbaude die Hirschfalzstraße bis zur Ausrücke und weiter den Gifthüttenweg in Richtung Crottendorf. Dieser Teil gilt schon als obererster Teil des Zschopautal-Radwegs, dem „Königsweg“ des Erzgebirges. Die Zschopau entspringt in diesem Wald unterhalb des Fichtelberges. Auf dem Weg hinab kam ich jedoch zunächst an der Quelle der Großen Mittweida, ebenfalls unterhalb des Fichtelbergs vorbei. Die Zschopau erblickte ich erstmals oberhalb von Crottendorf.

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Große Mittweida Quelle unterhalb des Fichtelbergs auf über 1000 m
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Wegweiser an der Hirschfalzstraße
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Blick von dort oben hinüber zum schon beschriebenen Bärenstein (898)
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Erster Blick auf die junge Zschopau im Wald oberhalb von Crottendorf

Um sich nicht in diesem Waldgebiet zu verirren (trotz recht guter Beschilderung) war es sehr hilfreich, das ich eine genaue Karte in großem Maßstab dabei hatte, in der selbst die Namen der Waldwege eingetragen waren. So kam ich mit großem Spaß, in hohem Tempo fehlerfrei talwärts bis Crottendorf. Dort gab es eine erfreuliche und für mich überraschend schöne Wegführung auf einer stillgelegten Bahntrasse hinunter bis Walthersdorf, immer entlang des jungen Flusses. In dem langgezogen Crottendorf entdeckte ich zudem eine Käserei mit Hofladen, wo ich einfach anhalten musste!

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Die Zschopau in Crottendorf
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Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Crottendorf und Walthersdorf
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Typisch Erzgebirge: Übereinander „gestapelte“ Wohnhäuser an den steilen Hängen über den Flusstälern, hier der Annaberger Ortsteil Buchholz

Nach diesem Einkauf hieß es nun aufs Tempo drücken und einen ordentlichen Endspurt hinzulegen, um pünktlich über Schlettau (hier konnte ich den Anschluss an den bereits absolvierten Mittelabschnitts dieses Radwege herstellen, siehe Touren 2025) nach Annaberg-Buchholz zu gelangen. Dabei gab es zwischen diesen zwei Orten noch die Höhe zwischen dem Zschopautal in Schlettau und dem Sehmatal in Annaberg zu überwinden, bevor ich gerade 10 min vor der Abfahrt der Erzgebirgsbahn in Annaberg-Buchholz-Mitte den Bahnhof auf 557 Höhenmetern erschöpft und glücklich erreichte. Der Zug kam pünktlich und auch der Umstieg in Chemnitz klappte, nur der ICE ab Leipzig hatte mehr als eine halbe Stunde Verspätung. Da ich sowieso überpünktlich in der Messestadt ankam, nutzte ich die verbleibende Zeit für eine Radtour durch die Leipziger Innenstadt, eine Stadt die ich sehr mag und wo ich auch immer wieder schöne Fotomotive finde.

Kontrastprogramm in Leipzig, Moderne Großstadtarchitektur am Augustusplatz; Gewandhaus, Panorama Tower und Uni-Neubau
Altes Leipziger Rathaus

Nun sitze ich schon im gebuchten ICE auf dem Weg nach Südkreuz. Ein sportlicher Tag mit einem schönen Gipfelerlebnis liegt hinter mir, die Planung ist aufgegangen, das Wetter war gut und ich kam pannen-und sturzfrei durch das Gebirge.

Gruß aus Sachsen, nach einem unvergesslichen Tag im Erzgebirge