10.06.2026 München – Grafing – Wasserburg am Inn (+München-Runde morgens und nachmittags) 82 km
Heute wollte ich eigentlich meine geplatzte Alpentour vom 30.04. (siehe Tourenreportagen 2026) nachholen, doch die schlechten Wetterprognosen und zudem Baustellen an den Bahnstrecken zwischen München und der Karwendelregion machten eine Planänderung nötig.
Deswegen entschloss ich mich für eine Fahrt auf dem Panoramaradweg Isar-Inn, auch wenn ich dort heute wohl nicht viel zu sehen bekommen würde. Jedoch kann ich direkt ab München auf dem Rad starten und fahre eine relativ leichte Strecke, welche auch bei schlechten Bedingungen gut zu schaffen sein sollte.
Genauso kam es auch, ich erwischte einen völlig verregneten Tag, musste bei der Ankunft in München (nach Anreise wieder per Nachtzug) erst einmal schlucken! So schlimm hatte ich es selbst nach den Voraussagen nicht erwartet. So zog ich mich hier gleich in die nächste Bäckerei zurück und schaute bei Kaffee und Croissant auf die dicken Regentropfen. Dabei musste ich auch an einige verregnete Tage in der bayerischen Metropole zurückdenken, hier hat es mich und auch uns beide schon öfter bei Radtouren nass erwischt!

Doch da kein Nachlassen des Regens zu erkennen war, machte ich mich dann in voller Regenbekleidung auf den Weg, zunächst legte ich noch eine Runde durch die Innenstadt ein, dann ging es über die Isar und durch den Ostbahnhof direkt auf die Piste ostwärts aus der Stadt hinaus. Ich hatte mir vorher glücklicherweise eine Skizze vom Streckenverlauf hinaus aus München gemacht (die Bayern-Radl-App auf der ich die Tour gespeichert hatte, funktionierte nämlich nicht, so fand ich damit problemlos aus der Großstadt hinaus und ab dem Münchner Osten hatte ich sowieso meine Radwanderkarte. Ich bin ein großer Freund des Radfahrens ohne Navi, habe Spaß dabei den Weg auf der Karte zu suchen und den Wegweisern zu folgen. Diese waren heute auf der gesamten Strecke bis Wasserburg perfekt gesetzt, man muss halt nur die Augen auf dem Weg, dabei immer einen Blick auf die Karte haben und kann so die Fahrt viel intensiver genießen. Ich nehme dabei auch gern in Kauf, mich gelegentlich mal in die falsche Richtung zu manövrieren. Daraus die Lösung zu finden steigert sogar so gar noch das Abenteuer an meinen Touren.

Heute ging alles gut, nur der Regen wollte einfach nicht nachlassen… . Doch schon vor der Münchner Stadtgrenze im Perlacher Wald, hatte ich mich halbwegs mit den Gegebenheiten angefreundet. Die Wegführung war einfach zum Genießen, ab hier führte der Panoramaradweg durch einen dichten, triefnassen Wald und ich war ganz allein unterwegs. Das sollte auch bis zum Tagesziel so bleiben, mir begegnete kein einziger Radler auf dieser Strecke (abgesehen innerhalb der wenigen Ortschaften).


Durch wirklich schöne Wälder führt dieser Radweg besonders bis Grafing, hier gibt es lediglich um die kleinen Dörfer ein wenig Ackerbau, bevor man wieder in den nächsten „Urwald“ hineinfährt. Dabei hatte ich zunehmend Freude an der Natur links und rechts vom Weg. Den Regen hatte ich so schnell in den Hintergrund gerückt. Dank Regenjacke und noch einem Poncho darüber blieb mein Oberkörper trocken, auch die Füße blieben (dank Überzieher) den ganzen Tag trocken.


Über Grasbrunn und Harthausen radelte ich hinein in den wohl schönsten Abschnitt des Tages um Wolfersberg. Hier begegnete ich zwischen den hohen Rapsfeldern auf dem Weg einer Bache mit ganz jungen, nur wenige Tage alten Frischlingen. Ein weiterer besonderer Moment dieses Tages. Doch schon bevor ich die Kamera aus der Tasche ziehen konnte, verschwand die Wildschweinfamilie im Dickicht des Feldes.
Mit Wildtieren aller Art habe ich ja auf meinem täglichen Arbeitsweg auf dem Rad morgens ständig Kontakt und muss immer auf der „Hut“ sein, überraschende Begegnungen immer einplanen. In den Berliner Wäldern habe habe ich dabei schon alles gesehen, was es gibt. Erst gestern morgen stand vor mir ein prächtiger Keiler, ich musste sofort anhalten und wir beide schauten uns kurz an, bevor er im Wald verschwand.


Weiter ging es über Falkenberg und Taglaching hinein nach Grafing, der einzigen kleinen Stadt welche auf diesem Weg durchquert werden musste. Hier versorgte ich mich noch mit Proviant und hielt eine kurze Brotzeit. Ab dort waren dann einige leichte Steigungen zu fahren, völlig problemlos mit meinem Mountainbike. So radelte ich zufrieden weiter durch diesen Regentag auf menschenleeren Wald-und Feldwegen. Dabei passierte ich Steinhöring und später Pfaffing, bevor ich schon 15:00 Uhr den Bahnhof Wasserburg am Inn erreichte. Eine perfekte Punktlandung, 15:10 fuhr ab hier ein Zug nach Grafing, von dort ging es nach Umstieg zurück nach München.



Die historische Altstadt von Wasserburg mit dem imposanten Innpanorama hatte ich ja erst auf meiner diesjährigen Februartour ab Kufstein dorthin erlebt und wollte bei diesem Wetter nicht weiter hinunter zum Inn radeln. Mit dem Bahnhof hatte ich ja genau die Anknüpfung zu dieser Tour erreicht. Der Zug stand schon am Bahnsteig und ich konnte sofort mein Rad hineintragen. Endlich im Trockenen und Warmen, Glücksgefühle fluteten nun meinen Körper – was für ein schöner Radltag in dieser Regenlandschaft. Von dem erhofften Panorama auf dem Weg war unter diesen Bedingungen natürlich wenig zu sehen, das war wohl das einzige Manko dieses Tages.

In München kam ich auch schon weit vor Abfahrt meines ICE an und radelte dort erneut noch eine Runde durch die Innenstadt, schaute mir die riesige Frauenkirche an (ein toller Rückzugsort im Regen) und fuhr die Ludwigstraße hinauf bis zum Siegestor. Die historischen drei Stadttore hatte ich heute morgen schon angesteuert.
Nun beende ich die Tagesreportage auf dem Heimweg im ICE bereits jenseits von Bamberg zufrieden und glücklich mit dem Erlebten.
Servus aus Bayern….
… immer wieder gerne hier