Wanderurlaub im Salzkammergut

11.-23.05.2026  St. Wolfgang im Salzkammergut

 

Erster Abend am Wolfgangsee, Blick hinüber auf das geliebte Bergpanorama

 

Schon zum vierten Mal verbringen wir im Mai in St. Wolfgang, direkt am gleichnamigen See, einen Wanderurlaub im Salzkammergut (das Radfahren pausiert solange). Doch genau zum Anreisetag gab es einen krassen Wetterwechsel, pünktlich zum Beginn der Eisheiligen. Das bisherige stabile Hochdruckgebiet hat sich verabschiedet und bringt nun Kälte, Regen und sogar Schnee in das Salzburger Land. Wenn Lehmann’s in den Urlaub fahren ist das schlechte Wetter oft gleich „mitgebucht“, schade das die Regel wohl auch diesmal gilt. Im vorigen Jahr sind wir extra erst nach den Eisheiligen hier angereist, wurden aber damals auch gleich mit drei Regentagen „begrüßt“ (siehe Touren 2025).

Die Anreise per Bahn über München nach Salzburg verlief erfreulich problemlos und sogar pünktlich. Ab dort fuhren wir mit dem, für den Urlaub gebuchten, Mietwagen (bei strömendem Regen) bis in das geliebte Quartier am Wolfgangsee. Unser Gastgeber freute sich über das Wiedersehen, ein warmes Willkommen wie wir es mögen. Der erste Abend wurde noch (bei nun leichtem Regen) für einen Bummel durch St. Wolfgang entlang der Traumkulisse am Seeufer genutzt.

12.05. Nachmittagstour zum Almsee (10900 Schritte)

Regenwolken am Morgen über dem See, Blick zum verhüllten Zwölferhorn
Gleicher Blick, wenige Stunden später, jetzt zeigt sich das Resultat einer kalten, niederschlagsreichen Nacht

Die ganze Nacht hatte es satt geregnet (und bis auf 800 m hinunter geschneit, doch das blieb uns wegen der tiefen Regenwolken bis zum Mittag verborgen). Den ebenfalls verregneten Vormittag verbummelten wir hier im Ort (frischten alte Bekanntschaften auf, erstaunlich und erfreulich das die Leute sich immer wieder an uns erinnern) und blickten staunend, als es sich etwas aufklarte, dann heute Mittag auf frisch eingeschneite Gipfel über dem Wolfgangsee. Für den Nachmittag war eine kleine Wetterbesserung vorhergesagt, es sollte sogar neben Regen- und Hagelschauern bei kräftigem Wind einige sonnige Abschnitte geben, genauso kam es und blieb so bis zum Abend. Deshalb machten wir uns auf den Weg für eine erste leichte Wandertour hinein in das Almtal, einer recht weiten Fahrt über Bad Ischl und Gmunden. Dabei legten wir noch einen Stopp in Traunkirchen am Traunsee ein.

Blick von Traunkirchen über den Traunsee auf Wasserkogel und Sonnstein

Den Almsee, welcher sich direkt vor der imposanten Nordflanke des Toten Gebirges befindet, erreichten wir gegen 14:30 Uhr. Hier schien die Sonne und die Gipfelkulisse der „Almtaler Sonnenuhr“ stand, frisch eingeschneit, direkt vor uns. Was für ein spektakulärer Anblick, ganz links das Rotgeschirr, dann die komplette Sonnenuhr mit dem Neuner-, Elfer-, Zwölfer- und Einserkogel plus Woising und das an einem solchen Schlechtwettertag! Der sonst von Ausflüglern und Wanderern stark frequentierte Almsee lag heute zudem fast unberührt für uns allein da, so eine Freude!

Erster Blick aus dem Almtal auf den Zwölferkogel (2102)
Großer und Kleiner Woising (2064 und 1879), Feigentalhimmel (1984) und Rosskogel (1928) über dem Weisseneggbach
Blick hinunter auf den Almsee vom Ameisstein
Almsee mit der Sonnenuhr Neunerkogel und Elferkogel (gerade verhüllt), Zwölferkogel und Einserkogel

Wir waren begeistert ob dieses unerwarteten Panoramas und begaben uns kurzerhand hinauf, um über dem See in Richtung Ameisstein zu kraxeln. Dort oben begann es dann zu hageln, tiefe Wolken zogen hindurch und verdunkelten plötzlich diese Idylle (dieser schnelle Wetterwechsel in den Alpen ist uns ja bekannt, wir beschlossen von der geplanten Seeumrundung Abstand zu nehmen und zurück zum See zu wandern) . Es gab dort oben in einem kurzen sonnigen Fenster noch eine wunderschöne Aussicht über den See, die Gipfel des Toten Gebirges dagegen waren inzwischen vollständig verhüllt. Zurück am Seeufer schien dann wieder die Sonne, die Bergkulisse war frei und wir hielten dort am Seehaus noch eine Brotzeit bevor die nächste Regenfront hereinbrach. Dort konnte ich auch ganz frische Brennnesselblätter pflücken, welche ich morgens als erstes aufgebrüht zu mir nehme.

Idylle am Almsee
Nordabstürze des Toten Gebirges über dem Almtal; Rotgeschirr (2270), Neunerkogel (1904), Elferkogel (2038) und Zwölferkogel
Großer Woising

Das war doch schon mal ein toller, überraschender Urlaubsauftakt im Salzkammergut, bitte mehr davon! Inzwischen sind wir zurück in St. Wolfgang und blicken bei den immer noch vorherrschenden Wetterwechseln über den See auf die schneebedeckten Gipfel. Ich bin schon auf Morgen gespannt, Gipfeltouren sind bei dem Schnee für uns natürlich erst einmal nicht möglich. Alles ist recht, nur soll es bitte nicht den ganzen Tag regnen!

Zurück am Wolfgangsee, Blick auf die frisch eingeschneiten Wieslerhorn, Pietschenberg und Osterhorn
Abendstimmung am See, Blick auf den Rettenkogel (1780) und das Katergebirge

 

13.05.2026 Schöne Panorama-Rundtour über Weyregg am Attersee (Weyregg – Gahberg – Taubenkogel- Miglberg – Weyregg, 450 Höhenmeter, 21700 Schritte)

Morgenstimmung am Wolfgangsee, Blick vom Balkon auf den Großen Pitschenberg (1720) und das Osterhorn (1746)

Bei erstaunlich schönem, zwar recht kaltem, aber klaren und sogar meist sonnigem Wetter machten wir uns heute auf den Weg zum Attersee, um ab Weyregg direkt vom Seeufer hinauf in das Bergpanorama um den Gahberg (864) zu wandern. Wir konnten es kaum glauben, es gab wirklich einen trockenen Tag, dekoriert mit Quellwolken und grandioser Fernsicht.

Startort Weyregg am Attersee (im Hintergund der Schafberg)

Dieses Wandergebiet hatte ich extra wegen der geringen Höhenlage ausgesucht, denn alle Berge ab ca. 1200 Höhenmetern waren bis heute morgen noch von Schnee bedeckt. Dort am Nordostende des Attersees bewegten wir uns schon im Alpenvorland, der höchste Punkt des Tages war der Taubenkogel mit gerade 901 m, also Schneefelder waren dort kein Thema.

Steiler Aufstieg durch den schönen Mischwald
Wanderweg oben auf den Almen am Gahberg
Blick von dort über den Attersee
Überall blühende Almwiesen am Gahberg

Der Start erfolgte ca. 11:15 Uhr direkt im Ortskern von Weyregg auf 480 Höhenmetern, von wo wir über den Brandsteig-Wanderweg durch einen schönen Buchen-Mischwald steil hinauf in Richtung Gahberg gingen. Dort oben, nun meist auf offenem Almgelände wanderten wir direkt hinein in und durch ein wunderschönes Alpenpanorama mit grandiosem Blick vom Toten Gebirge im Osten über die komplette Nordflanke des Höllengebirges im Süden, weiter Richtung Westen auf Gamsfeld, Rinnkogel und sogar zum Bleikogel im Tennengebirge, dann dem markanten Schafberg und auf die Berchtesgadener Alpen mit dem Watzmann. Die letzten erheben sich dekorativ über dem Attersee, darüber der blaue Himmel garniert mit Quellwolken. Was für eine schöne Landschaft hier oben…, welche mich wieder einmal in meiner Meinung bestätigt, das es aus der Distanz oft richtig schöne Bergblicke zu bestaunen gibt. Der Bauer dort oben (hier kaufte ich Honig, weshalb wir schnell ins Gespräch kamen), sprach vom schönsten Bergblick in ganz Österreich.

Panorama des Höllengebirges vom Gahberg
Blick von dort über den Attersee bis zu den Berchtesgadener Alpen mit Freieck (2309), Hoher Göll (2522) und Watzmann (2713), dazwischen der Faistenauer Schafberg (1559)

Naja, wir beide haben jedenfalls gewaltig gestaunt, denn so hatten wir es nicht erwartet. Das klare und stabile Wetter spielte dabei natürlich die Hauptrolle. Hier oben hielten wir gegen 13:00 Uhr unsere Brotzeit und genossen ausgiebig das Panorama über dem See.

Kapelle auf dem Gahberg

Anschließend führte der Weg weiter an der Sternwarte und der Kapelle vorbei bis zum höchsten Punkt des Tages auf dem Taubenkogel, der allerdings fast vollständig bewaldet ist und lediglich einen schmalen Blick nach Westen auf Watzmann und Hochkalter bietet. Von dort gingen wir nun abwärts über Schaffling, Miglberg und Bach wieder hinunter nach Weyregg. Auf halbem Wege rasteten wir noch kurz im Gasthof Schöberlinger Hof. Von diesem Weg, meist über Almen und auch einigen kurzen steilen Waldpassagen (dort konnte ich sogar Bärlauchblätter pflücken), schauten wir schön auf den Gahberg zurück und hinauf.

Almenidylle beim Abstieg bei Schaffling
Atterseepanorama von Miglberg
Blick zurück zum Gahberg

Weyregg erreichten wir nach dieser Genusstour glücklich gegen 17:00 Uhr. Ein erster richtig gelungener Wandertag war geschafft! Morgen, zum Himmelfahrtstag, soll es wieder regnen…

Abendlicht am Attersee bei Steinbach

 

15.05.2026 Zwölferhorn – Pillstein – St. Gilgen, 1000 Höhenmeter abwärts (19500 Schritte)

… genauso kam es auch, uns wurde ein kalter und verregneter Himmelfahrtstag „beschert“, den wir teils in St. Wolfgang und teils in Strobl „verbummelten“. Lediglich den halbwegs trockenen Abend nutzen wir noch für eine kurze Wanderung auf dem Malerweg über St. Wolfgang.

Blick vom Malerweg über St. Wolfgang, den See und die Bergkulisse am Abend

Heute musste etwas passieren, egal wie das Wetter wird, soviel stand für uns fest! In der Nacht hatte es weiter geregnet und der Morgen begann genauso. Aber es war nicht mehr ganz so kalt und ich hoffte auch wegen der Prognosen auf ein wenig Besserung im Tagesverlauf. Deshalb nahmen wir das nahe Zwölferhorn ins Visier, wir können den Berg ja von unserem Balkon sehen (heute Morgen mal wieder nicht, wegen der tiefen Regenwolken), trotzdem fand ich, es sei einen Versuch wert.

„Panoramaweg“ auf dem Zwölferhorn mit Blick zum Pillsteingipfel am heutigen Tag
Hinweisschild mit allen heute nicht sichtbaren Gipfeln auf dem Panoramaweg

Der Plan war hinauf bis auf ca. 1500 m mit der Seilbahn zu fahren, dort oben die Panoramarunde zum Pillstein zu laufen und anschließend den langen Abstieg hinunter bis St. Gilgen zu gehen, möglichst bei trockenem Wetter und vielleicht auch mit ein wenig Aussicht. Diese Hoffnung wurde jedoch in Hinsicht auf die Fernsicht bei der Panoramarunde sofort zunichte gemacht, uns erwarteten auf dem Hörndl zunächst Hagelschauer, dann leichter Schneefall und nach einer kurzen Trockenphase, anhaltender Regen bis hinunter ins Tal. Die von dort oben sonst zu sehenden Berge konnten wir auf den Hinweisschildern „bestaunen“, es war total dicht, nur die Seen zeigten sich gelegentlich.

Blick vom Gipfel des Hörndl hinunter zum gerade noch sichtbaren Wolfgangsee
Trotz des schlechten Wetters starten dort oben noch Paraglider, Blick zum Fuschlsee (links) und zum Frauenstein

Glücklicherweise konnten wir uns nach der Panoramarunde im Restaurant Zwölfer direkt an der Seilbahn aufwärmen, fanden dort nette Wandersleute zum Austausch (die beiden kamen gerade zu Fuß von Gschwand hier hinauf) und auch die Wirtsleute waren gut drauf. Gegen 15:00 Uhr liefen wir in einer trockenen Phase zunächst auf den nahen Gipfel des Hörndl hinauf und gingen direkt danach in den Abstieg auf den langen Weg nach St. Gilgen.

Schönster Blick des Tages vom Arnoweg beim Abstieg über den Wolfgangsee mit neuen Regenschauern
Blick von dort zum Schafberg, dessen Gipfel blieb den ganzen Tag in den Regenwolken verborgen
Blick von der Sausteighütte entlang der Seilbahn hinauf zum Hörndl, jedenfalls in die Richtung…

Zunächst ging es durch offenes Gelände auf einem schmalen Pfad unterhalb des Gipfels bis zu einer steilen Kante über dem Wolfgangsee, mit einem spektakulären Blick über den See (der fotografisch schönste Moment des Tages). Ab dort setzte der Regen ein und wir mussten nun trotzdem weiter hinunter. Wir hatten ja keinen Zeitdruck, einfach nur sturzfrei durch das steile Gelände kommen war das Wesentliche. Diese Herausforderung nahmen wir an, bewegten uns vorsichtig durch einen wunderschönen, vor Nässe triefenden Bergwald auf dem anspruchsvollen Arnoweg hinab. Dieser führte direkt an dem steilen Abbruch über dem ca. 800 m tiefer gelegenen See entlang. Der dichte Wald schützte uns auch ein wenig vor dem Regen, es war hier sehr rutschig auf den nassen Wurzeln und Steinen. Nach etwa einer Stunde erreichten wir die Sausteighütte auf 1100 Höhenmetern, wo wir uns eine Brotzeit gönnten und vergebens auf nachlassenden Regen hofften.

Impressionen aus dem Bergwald

Weiter ging es auf dem nun etwas breiteren, aber ebenso steilen Wanderweg direkt hinab. Auch dort führte der Weg durch einen schützenden, fast märchenhaften Wald mit altem Baumbestand, Farnen, Moosen und erstaunlicherweise vielen Waldblumen. Hier fanden sich überall am Wegesrand schöne Motive und wir beide schritten begeistert trotz des Regens vorsichtig hinab. Der Weg durch diesen Bergwald war ganz klar das Schönste an diesem verregneten Tag. „Dr. Wald“ hat uns verzaubert und Erholung geschenkt, wir kennen diese heilende Wirkung schon von vielen Bergtouren und ich auch von meinen Radtouren.

Der Regentag findet einfach kein Ende, Blick von der Margarethenhöhe hinüber nach St. Wolfgang
Letztes, immer noch anspruchsvolles, Stück des Weges hinunter nach St. Gilgen

St. Gilgen erreichten wir nach fast 3 Stunden glücklich und erschöpft nach einem weiteren Regentag, den wir diesmal in allen Zügen genossen haben (mir fehlte lediglich die Fernsicht oben auf dem Zwölferhorn).

17.05.2026 Gößl am Grundlsee – Drausengatterl – Gößl (660 Höhenmetern, 25000 Schritte)

Den gestrigen Tag, natürlich wieder ein Regentag (die Gipfel über dem Wolfgangsee hatten über Nacht erneut eine weiße Haube bekommen), nutzten wir für einen Einkaufs- und Bummeltag in Bad Ischl. Der Abend war dann freundlicher, so dass wir wenigstens noch einen schönen Spaziergang über dem Panorama von St. Wolfgang machen konnten. Es wurde noch besser zum Sonnenuntergang, wo sich schon eine Wetterbesserung andeutete. Wir standen staunend am Seeufer, war jetzt die Schlechtwetterperiode endlich überstanden?

Am gestrigen Abend am Wolfgangsee, Blick auf das Katergebirge und Strobl

Die Prognosen für den heutigen Sonntag waren wirklich gut, trocken, teils sonnig und sogar etwas wärmer. Also ein Tag für eine erneute Bergtour, die allerdings schneebedingt nicht zu weit oben stattfinden konnte. Unsere Wahl fiel auf das romantische Ausseerland, ein kleines Stück Steiermark im Salzkammergut. Dort waren wir in jedem unserer Wolfgangsee-Urlaube wenigstens einmal. Der Plan für den Tag war direkt auf Seehöhe in Gößl am Grundlsee (720) zu starten und ab dort hinauf in das Tote Gebirge mindestens bis zum Drausengatterl (1380), möglichst aber weiter bis zum Lahngangsee zu gehen.

Start am Grundlsee mit Blick zum Zinken (1854)
Wanderweg durch einen Buchenwald am Beginn des Aufstiegs
Leider gesperrter Wanderweg
Kein Durchkommen mehr, überall gefällte Bäume und gespannte Seile

Wir stiegen voller Vorfreude auf neue Erlebnisse in der Wildnis zunächst durch einen dichten Buchenwald hinauf, die Markierungen hier waren vorbildlich, der Weg gut zu gehen alles schien perfekt. Dann kam uns nach ca. einer Stunde leider eine Absperrung der Forstwirtschaft in die Quere, auf der der gesamte vor uns liegende Waldabschnitt wegen Baumfällungen gesperrt sei. Na toll, was nun, es war Sonntag, niemand arbeitete hier oben und wir ignorierten das Verbot einfach und gingen weiter hinauf entlang des Wanderwegs.

Schon bald trafen wir auf die ersten gefällten Bäume, welche mühevoll umgangen werden mussten. Naiv glaubten wir, das war damit überstanden. Doch schon bald gab es erneut eine Absperrung und weitere immer schwierigere Hindernisse. Ich ging voraus und musste ernüchtert feststellen: Hier gab es leider nur einen Weg, nämlich rückwärts!

„Hexenhaus“ im Nirgendwo

Also mussten wir diesen ganzen „Hindernis-Parcours“ wieder zurück gehen und die Forststraße für den weiteren Aufstieg nutzen. Der Rückweg kostete Zeit und ebenso der lange Weg hinauf auf der Straße. Diese endete dann plötzlich an einer Jagdhütte, welche wie das Hexenhaus aus dem Märchen mitten im tiefsten Wald stand. Hier hielten wir erst einmal Brotzeit und beschlossen dabei, lediglich noch einen Versuch durch den Bergwald hinauf zu wagen.

Auch das war wirklich abenteuerlich, denn wieder zurück vom Hexenhaus auf einer Gabelung nahmen wir einen unmarkierten, steilen Waldweg auf gut Glück hinauf. Dieser wurde bald schmaler und schmaler, dann gab es nur noch eine Lichtung und wir sahen uns schon am Ende dieser Tour. Ich stieg allein voraus und entdeckte doch dort oben tatsächlich eine Markierung des Wanderwegs und die obere Absperrung der Forstarbeiten, das war ja fast unglaublich… . In diesem dichten Bergwald hatten wir die Richtung und den Anschluss geschafft, nur viel Zeit verloren. An der Stelle gab es jedenfalls erst einmal eine Ausschüttung von Glückshormonen. Inzwischen war es schon 13:30 und wir sind bisher nur durch den Wald marschiert. Wir beschlossen, um noch wenigstens ein Ziel zu erreichen, noch maximal bis 15:00 Uhr weiter auf dem nun steil, aber gut markierten Weg hinaufzugehen.

Blick aus dem Wald zum Türkenkogel (1756)

So bewegten wir uns weiter durch diesen einsamen, verwunschenen Wald (wir trafen auf der gesamten Tour nicht einen Menschen) hinauf, nun schon jenseits der 1000 Höhenmeter, statt der Buchen gab es hier vor allem Fichten und Lärchen. Es wurde steiler doch der dichte Wald verhinderte weiter jeden Ausblick. Erst am Kanzlermoos auf ca. 1200 m gab es eine Lichtung, welche uns die schneebedeckten Gipfel des Toten Gebirges zeigte.

Ab ca. 1200 Höhenmetern begannen die Schneeflächen
Mit immer wieder neuem Schnee müssen die Pflanzen im alpinen Frühling klarkommen
Blick zum Lawinenstein (1965)
Steiler Bergwald

Ab dort wurde es noch  steiler, was unsere Hoffnung auf einen versöhnlichen Abschluss steigerte. Den Schnee hatten wir nun zunehmend auch auf unserem Weg hinauf. Erst ein paar Flecken aber es wurde mit der Höhe dann natürlich immer nasser und matschiger. Hier oben kämpfte der Frühling noch mit dem Winter, doch unsere Belohnung war nicht mehr weit, ziemlich unerwartet und ebenso überrascht erreichten wir mit dem Drausengatterl auf 1380 m ein Felstor mit grandioser Aussicht über die Gipfel des Toten Gebirges. Daran hatten wir schon nicht mehr geglaubt, wir dachten schon ohne Höhepunkt einfach wieder absteigen zu müssen. Auch das wäre kein Drama, wenn man sich den ganzen Tag in der Wildnis bewegt, findet man auch so seinen Frieden, doch es war schon ein krönendes Ziel dieser ungewöhnlichen Bergtour.

Felswand über dem Drausengatterl
Blick vom Drausengatterl auf Salzofen (2070) und Neustein (1870)
Frische Reh- oder Gemsen- (?) Spuren im Schnee direkt am Abgrund
Unser Schneemann am Drausengatterl auf 1380 Höhenmetern
Weiße Wand (2200), Plankermira (2188) und Hochweiß (2187) vom Drausengatterl gesehen

Natürlich wurde nach ausgiebigem Fotografieren auch noch ein kleiner Schneemann in die Landschaft gestellt. Wir fühlten uns von der Natur reichlich beschenkt und zogen gegen 15:00 Uhr, auch ohne den Blick zum Lahngangsee, zufrieden wieder talwärts in Richtung Grundlsee. Das gelang uns sogar schneller als erwartet, schon wenig nach 17:00 Uhr erreichten wir unser, am Seeufer geparktes Auto.

Der Abstieg war einfach zum Genießen, nach oben konzentriert man sich ja mehr auf den Weg und die Zeit. Hinunter entdeckt man dagegen mehr die Naturschönheiten um einen herum.

Impressionen aus der Bergwald beim Abstieg
Blick beim Abstieg über den Grundlsee zum Zinken und sogar bis zum Gosaukamm mit der markanten Bischofsmütze (2458)
Wieder unten am Grundlsee, Blick hinauf auf Weiße Wand und Plankermira

Eine letzte Brotzeit legten wir noch vor der Abfahrt am Seeufer des Grundlsees ein, hier eröffnete ich mit einem Sprung in das kalte Wasser auch die Badesaison und wir hinterließen dort auch ein Steinmandl. Auf dem Heimweg gab es oberhalb von Bad Aussee noch einen phantastischen Blick auf das Dachsteingebirge und genau gegenüber auf den Loser, was für ein schöner Abschluss dieser Bergtour!

Dachsteinblick unterwegs oberhalb von Bad Aussee, (links Hoher Gjaidstein 2794, mittig Hoher Dachstein (2995), rechts Hohes Kreuz (2837))
Blick von dort zum Loser (1837), davor ein typisches Aussseer Haus

 

19.05.2026 Anspruchsvolle Tour vom Mondsee zur Drachenwand und zurück  (800 Höhenmeter, 18500 Schritte)

Das Wetter blieb wirklich auch den zweiten Tag hintereinander schön, oh Wunder, und wir konnten nach genau einer Woche den gestrigen Montag erstmals am Strand verbringen. Wir nutzen dazu am liebsten das uns genau gegenüberliegende Seebad Strobl. Es ist ein wunderschönes, weitläufiges und gepflegtes Strandbad, dort blickt man genau auf St. Wolfgang und den darüberliegenden Schafberg. Von dort können wir sogar auf unsere Unterkunft am dortigen Seeufer schauen. Für ausgedehntes Schwimmtraining ist das Wasser jedoch noch zu kalt, nach ca. 5 Minuten musste ich wieder hinaus.

Seebad Strobl am Wolfgangsee
Blick vom Seebad hinüber nach St. Wolfgang mit dem noch von einer Schneedecke bedeckten Schafberggipfel

Für den heutigen „Bergtag“ hatten wir eine schwere Wandertour, welche wir schon lange auf dem Schirm hatten, angepeilt. Eine Tour, die man ausschließlich bei schneefreien und trockenen Bedingungen gehen kann, welche auch schon trotz ihrer relativ geringen Höhe einige Todesopfer gefordert hat (mehrere Gedenktafeln von abgestürzten Wanderern gibt es auf dem Weg). Nun war es seit 2 Tagen trocken, inzwischen auch nicht mehr so kalt und windig, so sollte es heute auch bleiben.

Deshalb brachen wir auf, um die steil fast 700 Meter hoch über dem Mondsee aufragende, legendäre Drachenwand (1060) zu erklimmen.

Blick auf die Drachenwand, dem heutigen Wanderziel

Start war in Plomberg direkt am Seeufer. Von dort ging es zunächst sanft hinauf und hinunter in das Klausbachtal. Doch dann wurde es ernst: Wir mussten dort ganz steil über Leitern und an Stahlseilen immer direkt am Abgrund hinauf gehen. Vorher gab es noch Warnschilder, welche ungeübte Wanderer von dieser Tour abhalten sollen. Wir nahmen die Herausforderung an und kämpften uns hinauf auf einen Sattel, welcher den Blick auf den immer noch, gefühlt unnahbar weit und hoch entfernten, Drachenwandgipfel freigab.

Hinweis vor dem Aufstieg
Steiler Aufstieg an Stahlseilen und über Leitern direkt zwischen Felswand und Abgrund
Nächstes Warnschild am Weg
Elke beim Aufstieg aus dem Klausbachtal

Das löste erst einmal Frust aus, wir waren schon fast 2 Stunden bis hierher unterwegs, wie sollten wir das noch schaffen? Gemeinerweise wartete vor dem finalen Aufstieg zum Gipfel noch ein Abstieg von 100 Höhenmetern, hinunter in die Klausbachschlucht, aus der es dann endlich zur Drachenwand hinauf ging. Wir überlegten ob wir uns das noch zutrauen, gemeinsam fiel die Entscheidung es zu versuchen und wenn wir nach einer weiteren Stunde nicht das Gipfelkreuz erreicht haben, umzudrehen.

Blick nach 2 Stunden Aufsteig auf den noch immer gefühlt, unerreichbar weit entfernten Drachenwandgipfel (links oben das Gipfelkreuz)

Der schmale Weg aus der Schlucht führte steil über unzählige Serpentinen weiter immer direkt am Abgrund hinauf, war aber etwas leichter zu gehen als die schon absolvierte Passage mit Leitern und Seilen. Dann befanden wir uns doch tatsächlich auf dem Gipfelgrat, hatten erstmals auch den Blick über den Mondsee nach Norden. Doch vor dem Ziel erwartete uns noch eine letzte Prüfung. Direkt über dem Abgrund in die Klausbachschlucht gab es mehrere ausgesetzte Felspassagen, ohne jegliche Kletterhilfen, zu überwinden. Das war für mich selbst schon grenzwertig. Elke, meine „Kurzbein-Alpinistin“, hatte noch mehr damit zu kämpfen (wir sind zwar sportlich, aber keine Bergsteiger). Voller Konzentration und Adrenalin meisterten wir auch diesen Abschnitt und erreichten zunächst genau in der geplanten Zeit das markante Teufelsloch und zum krönenden Abschluss das Gipfelkreuz vorn am Felsabsturz über dem See mit dem wunderschönen Panorama vom Irrsee über den Mondsee bis zum Attersee und dem Schafberg.

Blick vom Kamm über das Klausbachtal
Blick durch das Teufelsloch hinunter zum Mondsee

Was für eine unvergessliche Wanderung, ich hatte Elke die Entscheidung überlassen, jederzeit ein Signal zum Abbruch zu geben, sie war auch mehrmals kurz davor, wollte aber dann doch das Gipfelerlebnis mitnehmen, größten Respekt für diese Leistung!

Glücksgefühl am Gipfelkreuz
Blick von dort nach Norden in das Alpenvorland über den Mondsee bis zum Irrsee
Mondseepanorama mit Koppenstein, Schafberg und Attersee

Glücklich lagen wir uns dann vor der Traumkulisse in den Armen, was für ein Kraftort hier oben. Für das Fotografieren und die Gipfelbrotzeit blieben uns ca. eine halbe Stunde und dann ging es schon wieder hinab. Ich wollte auf dieser schwierigen Strecke keine bösen Wetterüberraschungen erleben und das Gott sei Dank weiterhin gute Wetter für einen langsamen und entspannten Abstieg nutzen.

Schmaler Grat auf der Drachenwand zwischen Gipfelkreuz und Teufelsloch

Entdeckungen am Wegesrand beim Abstieg

So ging es zunächst wieder über die schwierige, ungesicherte, Passage hinunter in die Schlucht und wieder hinauf zum Sattel, wo dann der Abstieg über die Leitern und entlang der Seile anstand. Das haben wir erstaunlich gut gemeistert und kamen noch vor 18:00 Uhr wieder am Mondseeufer an, nach einer der schwersten Touren, welche wir „Urlaubsalpinsten“ je gegangen sind.

Blick zurück vom Mondsee auf die Drachenwand im Fokus, sogar das Teufelsloch ist in der oberen Bildmitte sichtbar

Wieder zurück in St. Wolfgang musste ich als erstes in den See, meine Füße verlangten nach einer Abkühlung. Das ist auch ein geliebter Luxus unser Unterkunft, welche nicht nur das Bergpanorama über dem See vom Balkon, sondern auch direkt vor dem Haus die Möglichkeit bietet, hinein in den Wolfgangsee zu springen.

 

21.05.2026  Pass Gschütt – Hornspitz – Pass Gschütt (500 Höhenmeter, 19800 Schritte)

Heute stand nun schon wieder die letzte Bergtour unseres Urlaubs an, nach den erneuten Regenfällen des gestrigen Tages, der Nacht und auch noch des heutigen Morgens musste eine auch bei Nässe gut zu gehende, leichte und dennoch ansprechende Wanderroute für einen gelungenen Abschied gefunden werden.

Ich bereite ja schon lange im Voraus einige mögliche Varianten vor und die Wahl viel heute auf den Hornspitz (1433) über dem Gosautal. Der Vorteil an dieser Tour war der breite Schotterweg, welcher als Forststraße, Wanderweg und auch als Mountainbike-Trail dient. Hier kann man sicher auch bei Nässe hinauf gehen, einen kleinen Gipfel erklimmen und – wenn alles optimal läuft-  auch noch auf ein imposantes Bergpanorama schauen.

So war der Plan für den Tag, wir fuhren das Gosautal hinauf zum Pass Gschütt auf 940 Höhenmetern, auf dem Weg dorthin gab es weitere Regenschauer und wir kehrten zunächst im Dorfkern von Gosau in eine urige Konditorei ein. Dort schauten wir auf den bedeckten Himmel, vom imposanten Gosaukamm oder gar vom Dachstein keine Spur… . Doch dann ging es gegen 11:30 Uhr los, das Auto wurde am Pass geparkt und wir marschierten auf dem geplanten Weg sanft aber stetig hinauf durch einen vor Nässe triefenden, tiefgrünen Bergwald aus dem gefühlt überall Wasser plätscherte und sich in kleinen Bächen talwärts in Richtung Rußbach ergoß. Was für ein Gegensatz zu den ausgetrockneten Bachläufen an der Drachenwand vor 2 Tagen! Das Wasser von oben hatte jedenfalls nachgelassen und die Wolken ließen sogar ab und an einen Sonnenstrahl durch.

Impressionen aus dem Bergwald vom Wegesrand

Wir waren vollkommen entspannt unterwegs und genossen schon bei diesem Anstieg intensiv die Natur links und rechts vom Weg. Dort gab es wirklich einiges zu sehen. Neben vielen Blumen, Farnen und Moosen auf diesem üppig grünen Waldboden sahen wir auch einen Feuersalamander, ein wunderschönes Tier, welches sich langsam durch diesen feuchten Untergrund bewegte.

Nach ca. 1 1/2 Stunden endete diese Genusswanderung und nun führte ein steiler Anstieg, direkt neben der Skiabfahrtpiste hinauf zum Hornspitz. Den Gipfel erreichten wir gegen 14:00 Uhr. Dort befanden wir uns in einem, von tiefschwarzen Regenwolken verhangenen und gerade deswegen auch imposantem Bergpanorama. Das Vordach der geschlossenen Gosaualmhütte diente als Schutz, hier konnten wir unsere Brotzeit halten und in aller Ruhe die Berge und die Wolken beobachten.

Erster Blick bei der Ankunft auf dem Hornspitz, Regenwolken über Hirlatz (1985) und Feuerkogel (1964)
Blick hinunter in das Gosautal
Rotunde auf dem Gipfel des Hornspitz (1433)
Gosaukamm zwischen den Wolken
Nur wenig später zeigt sich der komplette Gosaukamm
Blick auf Grünberg (2174) und Ochsenkogel (2365)
Nur der Dachstein verhüllt sich, lediglich der Torstein (2948) und der Gosaugletscher sind zu erkennen

Der Gosaukamm zeigte sich mal komplett frei, wenige Minuten später wieder von tiefen Regenwolken verdeckt dann wieder frei, einfach toll zum Beobachten. Lediglich die Dachsteingipfel wollten uns heute nicht sehen, immer wieder gab es Momente voller Hoffnung, doch vergebens. Wir blieben zwei Stunden in völliger Einsamkeit hier oben und genossen jede Minute… .

Riesige Blätter des Alpendost bedecken den Waldboden
Blick zum Tennengebirge beim Abstieg
Grüner Teppich, statt Waldboden allerorten in diesem Wald
Blick zum Gamsfeld (2027) über dem Rußbachtal

Auf dem Weg vom Hornspitz hinunter zum Pass lockerten die Wolken sogar auf, wir stiegen bei angenehmen Wetter hinab und konnten den Wald nochmals genießen, dazu gab es auch Blicke zum Tennengebirge und über das Rußbachtal bis zum Gamsfeld. Was für ein schöner und entspannter Abschluss unserer Bergtouren. Für Morgen und über das Pfingstwochenende soll der Sommer in das Salzkammergut einziehen, mit Temperaturen bis an die 30 Grad. Wir werden unsere letzten 2 Urlaubstage am See verbringen und dann wie gehabt ab Salzburg per Bahn nach Berlin reisen.