18.06.2025 Prenzlau – Schwedt 80 km

Nachdem meine für den heutigen Mittwoch geplante Enkelbetreuung (Opa Holli holt gern mal die zwei großen Jungs von der Kita in Mariendorf zu uns nach Steglitz) auf morgen verschoben wurde, nutzte ich das schöne Sommerwetter für eine spontane Fahrt durch die Uckermark.
Die Region habe ich schon oft mit dem Rad durchquert, für heute hatte ich wegen des starken Westwindes eine Fahrt von Prenzlau bis zur Oder nach Schwedt ausgesucht. Diese war bis auf den Start-und Zielort sogar Neuland für mich.

Prenzlau erreichte ich gegen 10:00 Uhr, nach dem obligatorischem Café hier am Marktberg, direkt an der imposanten Marienkirche, fuhr ich heute zunächst am westlichen Ufer des Uckersees nach Süden. Der schöne See lud mich gleich hinter der Kreisstadt der Uckermark an einer intimen Badestelle zum Schwimmtraining ein. Dort hatte ich das, zwischen dem Schilfgürtel gelegene, Fleckchen ganz für mich allein, einfach herrlich… . Ich bevorzuge seit Jahren schon das Rückenschwimmen, wo der Körper von den Fingerspitzen bis zu den Zehen gestreckt im Wasser liegt und man wunderbar durch das Wasser schaufeln kann. Hier konnte ich in Ruhe meine Kreise auf dem großen, klaren See ziehen und wusste schon schnell, dieser Tag wird gut.




Erfrischt radelte ich anschließend am Seeufer weiter durch Röpersdorf, Zollchow und Potzlow auf dem bekannten Radweg Berlin-Usedom durch die schöne Landschaft hinauf bis zum Mittelpunkt der Uckermark. Dieser Panoramapunkt befindet sich zwischen den beiden Uckerseen und lädt zu einer Rast ein. Ab dort fuhr ich über Seehausen (hier verließ ich den Berlin-Usedom-Radweg) ostwärts in Richtung Gramzow. Nun radelte ich meist auf ruhigen Nebenstraßen durch die stille, hügelige Landschaft. Die Topografie der Uckermark mag ich sehr gern, es geht immer wieder rauf und runter, kein Vergleich mit meinen Gebirgstouren, aber für Brandenburg doch ganz ordentlich.




Gramzow überraschte mich als kleines Versorgungszentrum zwischen all den stillen Dörfern. Hier gab es neben Schule und Kita einige Einkaufsmöglichkeiten, Heimatmuseum und sogar eine Klosterruine aus dem 14. Jahrhundert. Anschließend führte der Weg über Zichow (was für ein Panorama dort oben am Weinberg!) hinunter in ein Urstromtal, welches auf einem holprigen Betonplattenweg durchquert werden musste. Gut, dass ich mein Mountain-Bike gewählt hatte, diese 5,5 km bis Blumberg führten zudem durch die absolute Einsamkeit. Ab Blumberg ging es auf ruhigen Landstraßen in Richtung Schwedt. Hinter Kummerow gab es sogar einen schön angelegten, separaten Radweg, der nun parallel zum Welsetal hinab führte. Erst die letzten Kilometer bis Schwedt waren auf einem straßenbegleitenden Radweg zu absolvieren.




Die Stadt am Nationalpark Unteres Odertal erreichte ich glücklich gegen 16.30 Uhr und beschloss noch weiter bis zum Oder Hauptstrom an der deutsch-polnischen Grenze zu radeln. Dieser Weg führte mitten durch den Nationalpark, jedoch direkt neben der vielbefahrenen Grenzstraße. Ich staune immer wieder über diesen breiten, wasserreichen Fluss, der es hier an seinem Unterlauf locker mit der Elbe aufnehmen kann. Über die Oderbrücke fuhr ich noch auf die polnische Seite und anschließend noch ein wenig in den Nationalpark hinein. Nach einem letzten Stop am Bollwerk in Schwedt, radelte ich zum Bahnhof. Hier hatte ich vor einigen Jahren ein Drama erlebt, als ich aus Stettin kommend, erleben musste das alle Züge ab Schwedt ausfielen. Deswegen musste ich bei Dunkelheit und auf der verkehrsreichen Bundesstraße einen Sprint nach Angermünde hinlegen um dort wenigstens noch den letzten Zug nach Berlin zu erreichen. Das gelang wirklich nur mit größter Anstrengung und Willenskraft.
Heute hatte ich Glück und befinde mich nach Umstieg in Angermünde nun im Regio nach Berlin.