Durch den Donauries-Krater in Schwaben

17.09.2025 Bopfingen – Nördlingen – Harburg (Schwaben) – Donauwörth (58 km)

Für den wohl letzten Tag in kurzer Sommerkleidung auf einer Fernfahrt in diesem Jahr wählte ich diese Tour, welche mich bei angenehmen Temperaturen quer durch das Nördlinger Ries und entlang der Wörnitz bis zur Donau führte. Das Bahnticket bis Donauwörth war schon weit im Voraus gebucht, aber ich entscheide ja stets spontan nach Wind und Wetter wohin genau es dann an diesem Tag geht.

Blick hinunter auf den Startort Bopfingen, links die Burgruine Flochberg
Allgegenwärtig ist der markante Ipf

Heute fuhr ich 5:40 Uhr von Südkreuz ab und erreichte Bopfingen (nach Umstieg in Donauwörth und Verspätung auf der Regio Strecke) erst 11:15 Uhr, was für den Start einer Tagestour eigentlich zu spät ist. Aber ich wusste ja, das der Weg nicht sehr weit ist. Gegen meine Gewohnheiten gönnte ich mir deshalb in Bopfingen lediglich einen „Sturzkaffee“, dann ging es sofort hinaus auf die Strecke. Diese führte direkt hinauf in Richtung des landschaftsbeherrschenden Zeugenberges Ipf (668), welcher die Stadt um über 200 Meter überragt. Zwischen dem Ipf und dem gegenüberliegenden Blasienberg (618) führte der Radweg durch die Alblandschaft, welche dort oben wunderschöne Panoramablicke ermöglichte (die Sicht war fantastisch…) und sogar die Sonne ließ sich blicken.

Blick zurück auf Kirchheim am Ries
Erster Blick auf Nördlingen mit dem dominanten Kirchturm Daniel

Dort oben lockten von Obstbäumen gesäumte Alleen und Wiesen zum Naschen der reifen Äpfel und Birnen. Begeistert fuhr ich über Kirchheim am Ries und Goldburgshausen auf die einstige Reichsstadt Nördlingen zu, welche durch den Turm der St. Georgs-Kirche (genannt Daniel) schon von Weitem auszumachen war. Vor der Stadt überquerte ich dann auch die Grenze zwischen Württemberg und Bayern.

Blick durch das Baldinger Tor in die Altstadt

Diese mittelalterliche Stadt wollte ich mir ganz genau anschauen, Nördlingen bildete heute den „Aufhänger“ dieser Radtour, hier wollte ich ausgiebig fotografieren und genießen. Ich steuerte zunächst, durch das Baldinger Tor in die Altstadt kommend, auf den Marktplatz mit der Georgskirche zu. Dort führte mich der Weg direkt hinauf auf den Turm des „Daniel“ um mir ein erstes Bild dieser kreisrunden Altstadt und dem Kranz des sie umgebenden Kraterrandes des Nördlinger Ries zu machen. Nördlingen ist wirklich sehenswert, eine komplett erhaltene geschlossene Stadtmauer umgibt dieses historische Kleinod, alle Stadttore und -türme sind von oben zu sehen und natürlich das gesamte Riespanorama. Dieses Becken mit einem Durchmesser von ca. 25 km, ist das Resultat des größten Asteroideneinschlags in Europa.

Blick vom Daniel über die Altstadt und das Ries nach Osten mit dem Ipf am Horizont, interessant auch die Stadtmauer und die an dieser Seite bis heute endende Stadt davor
Blick hinunter auf den Marktplatz mit Tanzhaus und Rathaus

Anschließend fuhr ich zum Reimlinger Tor um mir die Stadt von der durchweg begehbaren, überdachten Stadtmauer zu betrachten. Von dort lief ich auf der Mauer bis zum Berger Tor und dann quer durch die Gassen zurück zum Reimlinger Tor. Überall dort entdeckte ich tolle Fotomotive, die mich an Rothenburg ob der Tauber erinnerten. Beide Städte liegen ja an der Romantischen Straße auf der ich heute auch ein Teilstück absolvierte. Abschließend umrundete ich die Altstadt entlang der Stadtmauer einmal mit dem Rad, wobei ich weitere schöne Motive fand. Romantisch, liebenswert, lebenswert und überaus sehenswert würde ich diese Stadt beschreiben (vielleicht ein wenig im Schatten von Rothenburg, was den Stadtbummel hier genussvoller macht).

Wohnen mit dem Rücken zur Stadtmauer in Nördlingen, darüber der begehbare Wehrgang auf der Mauer
Blickfang bei Höppingen
Rieslandschaft bei Höppingen

Nach zwei Stunden Nördlingen war es gegen 14:30 Uhr höchste Zeit Abschied zu nehmen. Nicht einmal eine Brotzeit gönnte ich mir dort, weil ich erstmal Kilometer machen musste um das Tagesziel Donauwörth nicht aus den Augen zu verlieren. Doch das nächste Ziel war zunächst Harburg (Schwaben), bis dort strampelte ich bergauf und bergab über Reimlingen und Großorheim durch, direkt bis in die hübsche Kleinstadt an der Wörnitz. Hier war nun endlich auch Rast, ich wusste nun ist es bis Donauwörth nicht mehr weit, so das ich hier an und auf der historischen  Steinbogenbrücke mit Blick auf Burg und Stadt „durchschnaufen“ konnte.

Steinerne Brücke in Harburg (Schwaben)
Panorama von Harburg mit Burg, Brücke und Herz-Jesu-Kirche vom linken Wörnitzufer

Das letzte Teilstück brachte mich dann durch Ebermergen und Wörnitzstein entlang das Flusses bis hinein nach Donauwörth. Rückblickend war dieser Abschnitt nach dem famosen Auftakt am Ipf das landschaftlich Schönste. Die Beschilderung war wieder einmal perfekt, in Baden-Württemberg und Bayern, vielen Dank an die Verantwortlichen. Ich hatte nicht einmal eine Karte dabei, lediglich die Strecke auf der Radl Planer Bayern App gespeichert, brauchte aber nicht einmal dort draufschauen.

Blickfang über dem Wörnitzal; Kalvarienbergkapelle in Wörnitzstein
Blick über die Wörnitz auf Donauwörth
Rieder Tor in Donauwörth, Übergang von der Altstadt zur Wörnitzinsel Ried

Donauwörth erreichte ich pünktlich (und verschont von einer Reifenpanne!), hier musste einmal die gesamte Altstadt sowie die Wörnitzinsel durchquert werden, um zum Bahnhof zu gelangen. Die Stadt war nun schon zum vierten Mal Start- oder Zielort einer meiner Radtouren. Trotzdem fuhr ich zunächst einmal in die falsche Richtung…, meinen gebuchten ICE erreichte ich jedoch problemlos und befinde mich nach diesem schönen Tag in Schwaben nun schon zwischen Erfurt und Halle (Saale), wo ich jetzt diese Reportage beende.