10.-22.09. 2026 Petrovac an der Adria
Für unseren traditionellen Septemberurlaub haben wir nach vielen Jahren am Comer See diesmal ein neues Ziel angepeilt. Es gab lange Überlegungen, wo es letztendlich hingegen sollte (Elke wollte unbedingt mal in die Wärme und ans Meer, ich natürlich in die Berge). Wir schwankten daher zwischen Zielen, wo für jeden etwas dabei war. Korsika, Süditalien, Griechenland und Montenegro waren in der engeren Wahl. Den entscheidenden Punkt machte Petrovac an der montenegrinischen Küste wegen der nahen Berge und eines Hotels, welches direkt nur von der autofreien Promenade getrennt, am Strand lag. Der Komfort im Haus klang einfach perfekt nach unseren Vorstellungen (so war es dann auch wirklich!), mein Schwimmtraining gesichert und die Berge zudem in Sichtweite.

Unseren Urlaubsort erreichten wir per Flieger, wo wir nach Ankunft in Tivat den gebuchten Mietwagen übernahmen und damit die Küstenstraße bis zu unserem Zielort hinunter fuhren. Hier kamen wir am Nachmittag an, bezogen unser schönes Zimmer mit Meerblick und genossen am ersten Abend die angenehme Stimmung an der Bucht.
Den ersten Urlaubstag ließen wir traditionell langsam anklingen, das Hotelfrühstück haben wir gerade noch zeitmäßig geschafft…, dann ging es an den hauseigenen Strand. Es herrschten fast tropische Wetterverhältnisse in Petrovac, eine drückende Schwüle bei Temperaturen um die 30 °C. Ein reinigendes Gewitter war für den Abend angesagt, doch bis auf ein paar Blitze passierte zunächst nichts. Jedenfalls verbrachten wir ein paar Stunden dort direkt vor der Brandung, ich konnte schön schwimmen und sogar Elke begab sich in das warme Wasser! Das Urlaubsgefühl stellte sich dort schnell ein, so muss das sein!


Am späten Nachmittag begaben wir uns noch auf eine erste leichte Wanderung entlang der wunderschönen Küstenlandschaft bis nach Perazica zum dortigen Strand. Wir passierten unzählige windschiefe Schirmpinien, welche in die Steilküste hineinragten, gingen durch Tunnel alter Festungsanlagen und kamen nach weniger als einer Stunde am Strand Perazica Do an.

Ich musste sofort hinein ins Wasser, genau vor der Kulisse eines schrecklichen Betonmonsters, das die Bucht verschandelte. Was für Kontraste gibt es hier zu sehen! Bei der Anfahrt nach Petrovac haben wir auf dem Weg schon einige solcher überdimensionierten Rohbauten gesehen, hier wird scheinbar jeder bebaubare Grund für den maximalen Profit genutzt. Das erinnert an Spanien zur Zeit der Franco Diktatur, schlimm das immer die falschen Leute den längeren Hebel haben… .


Eine Bucht weiter war das Monster kaum noch zu sehen und wir schauten entspannt in den Abendhimmel in Erwartung eines schönen Sonnenuntergangs. Doch kurz vor dem Finale versteckte die sich hinter Wolken, die Stimmung dort war trotzdem richtig schön zum Fotografieren. Es türmten sich hohe Quellwolken auf und imitierten mit ihren Silhouetten eine noch höhere Gipfellandschaft über den wirklichen Bergen. Ich war begeistert ob der schönen Motive und versöhnt mit allem!

Was für ein schöner Auftakt an der Adria, als wir zurückkamen war es über dem Meer in Petrovac schon pechschwarz, eine Dunkelheit wie wir sie von Berlin nicht kennen. Den letzten Teil dieses Abends saßen wir dann auf unserer Loggia, blickten auf den Trubel unter uns auf der Promenade und warteten auf das angekündigte Gewitter. Dies kam dann erst kurz vor Mitternacht mit mächtiger Kraft und stundenlangem Regen. Elke blieb bis 2:00 Uhr morgens dort fasziniert von Licht und Donner sitzen, ich zog mich schon vorher zurück.
12.09.2026 Wanderung am Velji Kosmac oberhalb von Petrovac ca. 11 km (16200 Schritte und ca. 400 Höhenmeter)
Der Regen der Nacht tat so gut, wir wachten an einem klaren Tag bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen auf, der Dunst und die Schwüle waren hinweg gespült, ein Tag gemacht für die Berge! Auch wenn ein erneutes Gewitterrisiko angesagt war, machten uns dann relativ spät auf den Weg, die Straße in Richtung Podgorica hinauf bis zur Passhöhe auf 650 Höhenmetern. Dort wurde das Auto geparkt und es ging dann dort 11:45 hinein in ein erstes Abenteuer in den hiesigen Bergen.

Ich hatte mir schon lange vorher einen Wanderführer mit den schönsten Bergtouren Montenegros besorgt und einige machbare herausgesucht, darunter diese in unmittelbarer Nähe unseres Urlaubsortes. Es gab darin eine präzise Wegbeschreibung, welche ich schon oft gelesen hatte und deshalb direkt dem, für mich einzig plausiblem, Weg folgte. Das stellte sich nach einer halben Stunde und ca. 2 absolvierten Kilometern als Irrweg heraus, als wir von freilaufenden Wachhunden an einem einsamen Bauernhof angebellt wurden und erschrocken zurückwichen. Glücklicherweise kam der Herr der Hunde und des Hauses wenig später hinaus und wunderte sich, was wir in dieser Abgeschiedenheit wollten. Ich zeigte ihm meinen Reiseführer und unser Ziel, was er verstand und uns die schon geahnte Mitteilung machte, das wir bei ihm falsch sind. Er sprach von einer Wassergrube, zu der wir zurück müssen. Davon hatte ich auch gelesen, jedoch keine gesehen. Also Rückmarsch, eine Stunde verloren, doch das Wetter blieb nach anfänglichen Regentropfen freundlich, auch wenn immer wieder dunkle Wolken aufzogen und gelegentlich auch Donner zu hören waren.

Jedenfalls kamen wir gegen 13:00 Uhr zurück am Pass zu einem Loch, welches wir schon auf dem Hinweg passierten. Für mich war das ein ehemaliger Steinbruch, beileibe keine Wassergrube (es war auch kein Tropfen Wasser darin). Das war der Fehler, hier mussten wir abbiegen und nur wenig später begann dort auch ein perfekt markierter Wanderweg. Nun waren wir richtig, beschlossen einfach so weit wie möglich zu gehen und den Rest des Tag zu genießen. Und der wurde schon wenig später richtig schön, der Frust über den dummen Fehler war schnell vergessen. Wir wanderten begeistert einen schön angelegten Weg hinauf und hinab, durch lichte Flaumeichenwälder und offene Abschnitte mit tollen Panoramen bei phantastischer Sicht. Niemand war hier oben unterwegs, der Bergbauer war der einzige Mensch, dem wir begegneten.



Es war eine Riesenfreude die vorbeiziehenden Wolkenformationen zu beobachten, welche ständig wechselnde Schatten auf die Berge warfen. Das ist Genuss pur, dort oben verbrachten wir unsere Brotzeit und fotografierten fasziniert dieses Schauspiel. Gegenüber wurde es inzwischen wieder dunkel und des donnerte erneut, doch die Wolken zogen an uns vorbei. Wir hatten einen sonnigen Nachmittag dort und fühlten uns an viele schöne Alpentouren bei ähnlichen Bedingungen erinnert. Weiter ging es dann beschwingt zum Fuß des Velji Kosmac hinab welchen wir gegen 14:30 Uhr erreichten. Der Gipfel (881) war in einer weiteren Stunde bestimmt zu schaffen, doch Elke wollte nicht mehr weiter. Wir hatten durch meine Unaufmerksamkeit am Start eine Stunde verloren und so schloss ich mich dieser Entscheidung an. Ich war ohnehin gesättigt mit den Eindrücken der bisherigen Tour.



Der Weg zurück war genauso schön, da das Wetter hielt und bescherte uns einen wirklich perfekten Bergtag. Glücklich kamen wir gegen 16:30 Uhr am Auto an und es ging, unterbrochen von einigen Fotostops der Küstenlandschaft von der Straße, hinunter nach Petrovac. Dort hielten wir auf der Promenade eine weitere Brotzeit. Hier mitten Trubel konnte sich von den „Sonnenanbetern“ wahrscheinlich niemand vorstellen, das jemand einen Urlaub am Meer bucht und dann in die Berge geht, was auch gut war, besonders für die Natur!


Nun wollte ein weiterer Höhepunkt bestaunt werden. Heute gab es 18:56 Uhr von der hiesigen Mole einen perfekten Sonnenuntergang zu beobachten, schöner kann doch ein solcher Tag kaum enden. Nach einem finalen Cocktail am Hafen beende ich diese Reportage auf unserer Loggia um 22:00 Uhr, unter uns tobt das Leben… .
14.09.2026 Panoramarundfahrt mit dem Auto zur Bucht von Kotor, hinauf in den Lovcen-Nationalpark, durch den Park hinunter nach Cetinje und über Budva zurück
Gestern war wieder Strandtag, bei bestem Wetter verbummelten wir den Tag in der hiesigen Bucht. Ich konnte wunderbar schwimmen und beim Lesen entspannen.
Wir sind am Staunen, auch der heutige Montag wird erneut ein strahlender Sonnentag, bei angenehmen Temperaturen. So ein stabiles Urlaubswetter war uns beiden Pechvögeln schon lange nicht vergönnt! Ich wähle heute eine kombinierte Auto- und Wandertour hinauf zum Lovcen aus. Der Plan war oben im Nationalpark eine Rundwanderung durch dieses Bergpanorama zu gehen, doch daraus wurde leider nichts. Mein Zeitplan wurde schon sehr schnell bei der Anfahrt bis Kotor, wo wir staubedingt mehr als 2 Stunden brauchten, um überhaupt zum Beginn der Panoramastraße zu kommen, verworfen. Es sind gerade 50 km bis dort hin, doch diese können sich ziehen… . Es ist wirklich schön auf der Küstenstraße entlang der Adria, mit ständig neuen Blicken auf das Meer zu fahren, aber es kann richtig Zeit kosten! Die für uns kurzen Entfernungen in dem kleinen Land unterschätzt man sowieso ständig. Tempo 70 ist schon das Höchste, meist bewegt man sich mit 30-50 km/h durch die allerdings oft atemberaubende Landschaft.


Wir kamen wir dann gegen 13.30 Uhr an der Bucht von Kotor an, ich überlegte schon ob wir lediglich einen Stadtbummel hier machen sollten, doch der Stau hinein in die Stadt machte auch dies zunichte. So wurde der ursprüngliche Plan „abgespeckt“ umgesetzt. Wir fuhren die Panoramastraße hinauf, das war schon ein Erlebnis, sich diese schmalen Serpentinen von Meereshöhe bis auf über 1300 Höhenmeter „hinaufzuschrauben“. Sehr eng ist diese Passstraße, jede Begegnung mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kann zum Problem werden. Wir kennen das ja aus den Alpen gut, hier kommen uns beiden sofort Erinnerungen an den Splügenpass oder einige riskante Bergtouren im Val Masino oder im Valmalenco in Italien.



Unterwegs wird man an Haltebuchten mit der grandiosen Aussicht über die Bucht von Kotor, die Berge und das Meer entschädigt. Was für ein Bilderbuchpanorama, so war die Anspannung schnell in Freude umgeschlagen. Mit immer mehr Begeisterung fuhren wir die Passage hinauf, jedes mal aus Neue beglückt von der Küstenlandschaft. An der letzten Kehre, inzwischen war es schon 15:00 Uhr, gönnten wir uns eine kurze Brotzeit über dem Panorama und entschieden auf das Wandern zu verzichten. Trotzdem wollten wir in den Nationalpark hineinfahren, um mit dem Auto hinauf, bis fast zum legendären Lovcen Gipfel zu fahren. Das erwies sich als klug, so hatten wir doch noch einen tollen Panoramaberg auf 1657 m (welcher mit dem Mausoleum des Petar II. ein Nationalheiligtum Montenegros bildet), der mit einer kurzen Wanderung erreicht werden konnte.


Weit reichte der Blick von dort oben in die montenegrinische Berglandschaft nach Norden und über den Skadarsee bis nach Albanien am Horizont. Hier oben waren wir endgültig mit diesem Tag versöhnt. Was für eine Freude dort auf eine „Armee“, von den Besuchern gebauten, Steinmandln zu treffen! So etwas hatten wir in der Fülle noch nirgendwo gesehen, wir hinterlassen ja mit diesen temporären Steinfiguren auch gern unsere Spuren in den Bergen, doch das hatte bei dieser Ansammlung keinen Sinn. Hier galt nur Staunen und Fotografieren, ein weiterer Höhepunkt dieses Tages, was für ein schöner Ort ist doch dieser Gipfel der eigentlich Jezeri Vrh heißt!



Es war schon fast 17:00 Uhr als wir von dort weiter durch den Nationalpark die wilde Berglandschaft hinab in Richtung Cetinje fuhren. Auf dieser Seite ging es etwas sanfter hinunter, die Straße war aber auch nicht viel breiter. Es gab auf der Talfahrt viele schöne Motive der Berglandschaft zu bestaunen, leider konnte ich nicht immer dort anhalten wo ich wollte. Wir haben diese Schönheit aber tief im Kopf gespeichert und erreichten nach der Durchquerung der alten Hauptstadt Cetinje, in Budva wieder die Adriaküste. Auch dort oberhalb von der Insel Sveti Stefan musste noch einmal angehalten werden um dieses Kleinod einzufangen (Morgen ist eine Bootstour nach Budva geplant, wo wir auch dort vorbeikommen).


Nun war es nicht mehr weit bis Petrovac, wir schafften es sogar noch bis zum Sonnenuntergang an der Mole, wo wir direkt auf der Mole beim Betrachten des Spektakels unsere letzte Brotzeit nahmen. Was für ein Finale!
16.09.2026 Zweite Panoramatour, Zweiter Nationalpark

Gestern hatten wir weiteren Tag voller Höhepunkte trotz weniger Aktivitäten, wir haben einfach mal eine Bootstour entlang der Küste ab hier nach Budva und zurück gebucht. Es war phantastisch, wir fuhren in einem kleinen Schiffchen (ich bin noch nie so bequem und entspannt Boot gefahren – sitzend an der Reling, Beine über Bord, Kamera am Anschlag) an den schon vom Autofahren und Wandern landseitig passierten Landschaften und Ortschaften vorbei. Das Wetter spielte schon wieder mit, es wird langsam unheimlich…, morgens noch bewölkt, doch die Rückfahrt im schönsten Licht war für mich der nächste „Knaller“ dieses Urlaubs!

Wir hatten zwei Stopps, zunächst in Budva, wo die Bucht extrem zubetoniert ist mit vielen überdimensionierten, teils unfertigen Hotelbauten (da bin ich wieder bei der Baumafia). Doch die Promenade wird je näher man der Altstadt kommt, immer schöner und die Altstadt ist einfach ein Traum! Was für ein Kleinod am Meer, wir besuchten die Zitadelle, spazierten auf der Stadtmauer entlang des Meeres und anschließend durch die engen Gassen – es war einfach zauberhaft.




Weiter ging es dann per Boot zur Insel Sveti Nikola an den berühmten Hawaii Strand auf einen Badestop. Hier faszinierte uns neben der Abkühlung im Meer, besonders das Panorama auf das Festland mit den Urlaubsorten vor den imposanten Bergen und natürlich den Wolken darüber. Nach einer Stunde schipperten wir dann wieder zurück nach Petrovac, doch nun wartete vor der Ankunft noch ein weiterer Höhepunkt auf uns: die Crew umrundete die vorgelagerten Inseln Sveti Nedelia (mit der Kirche) und Katic vor Petrovac. Diese sind schon von Land aus eindeutig der Blickfang in der Bucht, doch direkt vor der Linse einfach unbeschreiblich schön! Gegen 16:00 Uhr kamen wir so schon voller Glücksgefühle an und erlebten hier am Abend noch einen weiteren Sonnenuntergang von der Mole. Das war jetzt schon der dritte, jeder war anders und heute bisher der schönste. Was für ein Tag!



Heute sollte es aber wieder in die Wildnis gehen, Wandern in den Bergen war geplant, doch es wurde anders. Wir kamen am gestrigen Abend mit dem netten Hotelchef Petar ins Gespräch und er empfahl uns eine Fahrt an den Crnojevica Fluss im Nationalpark Skadarsee. Der See ist der größte auf dem ganzen Balkan und ein wahres Naturparadies, ein Teil gehört zu Montenegro und der andere zu Albanien. Und wir steuerten dann heute wirklich, nach seinem Tipp, den Ausgangsort Rijeka Crnojevica an.


Die Fahrt dorthin kann als das Abenteuer der Tages verbucht werden, denn ab der Hauptstraße unten am See in Virpazar, führte eine extrem schmale Straße hinauf und hinab durch eine wilde Berglandschaft. Gerade ein Auto hatte dort Platz, mehrmals mussten wir direkt am Abgrund rückwärts fahren um dem Gegenverkehr Passage zu bieten. Nichts für schwache Nerven und dicke Autos, wir hatten glücklicherweise einen kleinen Kompaktwagen. Hier zahlte sich auch erneut die Erfahrung in den Alpen aus. Für die nicht einmal 30 km benötigten wir trotzdem 11/2 Stunden. Unterwegs gab es immer wieder tolle Blicke über die Berge, das Problem war nur eine Stelle zum sicheren Anhalten zu finden.


Der Petar hatte uns in Rijeka Crnojevica schon angekündigt und so wurden wir vor Ort von Jelena freundlich begrüßt und bekamen gleich einen für uns reservierten Parkplatz. Dort begann eine unvergessliche Fahrt auf einem kleinen, extrem schnellen und wendigen Flussboot die Crnojevica hinab bis zum Skadarsee durch eine unberührte Flusslandschaft. Wir waren die einzigen Gäste an Bord und unser Bootsführer (ebenfalls ein Petar) chauffierte uns mal rasant und mal bedächtig durch dieses Paradies.


Wir erfuhren von ihm viel über Natur und Menschen im Nationalpark, waren jedoch oft einfach eingefangen ob der Schönheit dieser Wildnis. Das Wetter spielte erneut mit, man traut es sich kaum noch zu erwähnen! So hatten wir vom Fluss eine super Fernsicht sogar bis zum Gipfel des Lovcen, von wo wir vor zwei Tagen zum See heruntergeschaut haben, da schließt sich der Kreis und wir beginnen die Landschaft zu verstehen.
Nach der Rückkehr hielten wir am Fluss eine Brotzeit und mussten das Erlebte „sacken lassen“, ich dachte vorher noch eine anschließende Wanderung am Fluss, doch wir waren „erschlagen“ von den Eindrücken dieser Fahrt durch die Wildnis und entspannten dort einfach.
Erstaunlicherweise wurde diese Bootstour in meinem Reiseführer nur ganz am Rande erwähnt, wir sind deshalb dem Petar vom Hotel dankbar für diesen Anstoß. Wer in Montenegro zu Besuch ist, sollte diese Tour unbedingt machen, ich gebe diese Empfehlung hiermit weiter und lasse dann einfach nur die Bilder sprechen! Was für eine Wildnis, man glaubt eher in Südamerika unterwegs zu sein:










Zurück ging es dann bis Cetinje weiter durch die Berglandschaft und ab dort über Budva zurück nach Petrovac, wirklich eine weitere Traumroute. Also die als Panorama Road ausgewiesenen Straßen, erfüllen diesen Anspruch wirklich. Für mich war es schön zu sehen, auch Radfahrern dort oben zu begegnen. Das könnte ich mir auch gut vorstellen, doch das gilt dann wirklich nur für diese Nebenstraßen.

Nach glücklicher Rückkehr in Petrovac, beschlossen wir unsere zweite Brotzeit erneut mit dem Sonnenuntergang zu verbinden, also führte uns der Weg erneut die Promenade entlang zum Hafen, wo der Sonnenball erneut wolkenlos untertauchte.
18.09 2026 Topografischer und mentaler Höhepunkt unserer Touren abseits der Küste, Wandern in der alpinen Landschaft der Komovi Berge: Stavna – Kom Vasojevicki – Stavna (550 Höhenmeter, 16000 Schritte)
Nach den tollen Eindrücken vom Skadarsee brauchten wir gestern erstmal eine Auszeit, das geht natürlich perfekt am hoteleigenen Strand. Dort konnte ich bei ruhiger See auch wunderbar schwimmen, es war schon wieder ein sonniger, angenehm warmer Tag! Für heute war ähnliches Wetter angesagt und nach der Erholung wollte ich für unsere letzte Bergtour noch etwas ganz Besonderes: Es sollte in die weit entfernten Komovi Gipfel gehen, welche spektakulär bis auf über 2400 Meter emporragen und fast vom ganzen Land sichtbar sind. Neben dem bekannteren Durmitor Gebirge (welches aber für uns unerreichbar für eine Tagestour ist) sind das die höchsten Berge des Landes.

Unser Gastgeber Petar riet uns von einer Fahrt dorthin ab, die Entfernung sei einfach zu weit, um dort extra zum Wandern hinzufahren. Doch diesmal ignorierte ich den Rat und wir begaben uns auf Weg durch das Binnenland vorbei am Skadarsee, durch die Hauptstadt Podgorica, dann auf der neuen Autobahn nach Norden bis zur Passstraße hinauf auf den Tresnjevik-Pass. Unseren Ausgangsort Eko-Katun-Stavna auf 1700 m erreichten nach wir über 2:20 Stunden Anfahrt gegen 12:00 Uhr, natürlich wieder zu spät! Wir hatten uns schon am Morgen beeilt, waren nach Frühstück und Einkauf aber doch erst gegen 9:30 Uhr aus Petrovac weggekommen. Wenn Lehmann’s im Urlaub sind fällt das frühe Ausstehen schwer, zumal man ja kaum vor Mitternacht ins Bett kommt.
Das unterscheidet uns dann von vielen anderen Bergwanderern, wir sind halt Genießer… . Ich war schon ob der problemlosen Anfahrt angetan und angesichts eines angenehmen Bergwetters voller Vorfreude auf die Abenteuer in dieser imposanten Wildnis. Schon in der Hochebene Stavna standen diese Bergriesen direkt vor uns, was für ein landschaftlich reich gesegnetes Land ist doch das kleine Montenegro!

Zunächst musste jedoch diese Hochebene durchquert werden, schon von dort reichte der Blick bis zum Sinjajevina-Gebirge und hinüber auf die albanischen Berge. Dann, nach einer 1/2 Stunde, wurde es sofort steil. Auf einem schmalen, aber gut markierten Pfad wanderten wir hinauf, schon bald quer durch eine Geröllhalde, wo direkt am Abgrund eine kaum sichtbare ganz schmale Spur durchführte. Dabei hatten wir die anderen beiden Komovi-Gipfel direkt im Blick.


Das Wetter blieb uns hold, wir hatten eine phantastische Fernsicht nach Nordwesten, Norden und Nordosten, wiederum dekoriert mit den geliebten Quellwolken. Welche sich aber zunehmend hoch auftürmten zu den Cumulonnimbus-Gebilden die oft auf mögliche Wetteränderungen wie Gewitter deuten. Am Berg blieb es sonnig und entspannt, im Zickzack ging es über oft loses Gestein weiter steil hinauf, mit einigen Klettereinlagen. Wir waren schon wieder am Glücksmodus, schauten neben dem Bergpanorama auch auf die Vegetation um uns, oft ein strahlend orange-roter Teppich auf dem weißen Kalkstein. Immer wieder mussten wir anhalten, schauen und schauen und natürlich fotografieren. Ich freue mich besonders, das Elke daran zunehmend Freude findet und ihre eigenen Motive in der Bergflora entdeckt, mir dann sogar erstaunliche Pflanzen zeigt.




Den steil aufragenden Gipfel des Kom Vasojevicki (2461) hatten wir die meiste Zeit im Blick (ich auch die Uhrzeit und das Wetter), es war noch sehr weit hinauf… . Uns kamen einige Wanderer schon von dort entgegen, man kann dort in Stavna auch übernachten und dann natürlich schon in der Frühe hinaufmarschieren, was den Aufstieg zeitlich gesehen erleichtert. Überraschend war, als wir von einer Gruppe, schon auf dem Rückweg vom Gipfel, mit einem freundlichen Bonjour begrüßt wurden, ah Franzosen dachten wir und grüßten zurück- nein es waren Kanadier aus der frankophonen Provinz Quebec, wie sich bei einem kurzen Gespräch herausstellte. Die waren genauso begeistert wie wir von den Naturschönheiten hier oben. Weitere freundliche Kontakte hatten wir mit einer serbischen Wandergruppe und mit zwei Einheimischen, welche sehr stolz auf diese Bergwelt waren und sich über unser Interesse an der Landschaft freuten.

Glücklicherweise blieb es trocken und wir stiegen weiter steil hinauf. Es gab einen Sattel auf 2260 m, den wir wenigstens erklimmen wollten, denn der Gipfel wurde von uns wegen der vorangeschrittenen Zeit inzwischen abgewählt. Auf diesem tollen Panoramapunkt mit einem langen Kamm kamen wir gegen 14:30 Uhr an und beschlossen endgültig, nicht weiter hinauf zu gehen. Stattdessen hielten wir hier eine Brotzeit in der wundervollen Berglandschaft. Was für ein traumhafter Ort, ein schmaler Grat welcher uns erstmals auch einen Blick weit in die imposanten albanischen Berge ermöglichte.




Ich kam kaum zum Essen ob der ständig wechselnden Panoramen, die Wolken wurden zunehmend dunkler, was die Berglandschaft nochmals faszinierender machte. Wir konnten von dort auch Regengebiete beobachten, es war phänomenal! Doch nach einer Stunde mussten wir uns aufraffen, wir wollten schließlich trocken und bei Tageslicht wieder am Auto ankommen und möglichst auch noch im Hellen die enge Passstraße hinunterfahren.




Den Ausgangsort erreichten wir dann noch vor 18:00 Uhr, auch auf dem Abstieg wurde wieder gebummelt und gestaunt und genossen! Wir kamen dort auch noch mit einem Paar aus Oberbayern, die mit dem Wohnmobil im ganzen Balkan unterwegs waren und dort übernachteten ins Gespräch. Auch die waren begeistert von dieser Gebirgskulisse. Übereinstimmend kamen wir auch auf eine negative Seite des Balkans zu sprechen, nämlich der an fast allen Straßenrändern liegende Plastikmüll. Hier herrscht in den ländlichen Regionen und vor allem bei den Autofahrern eine unfassbare Gleichgültigkeit in dieser Hinsicht. In den Bergen und Wäldern findet man keine Spur Müll. Also die Wanderer sind in der Lage ihren Müll wieder mit zurück zu nehmen, komisch oder?


Tiefschwarze Regenwolken zogen inzwischen über die Berge, es gab Regenbogen und sonnige Löcher welche die Bergkulisse zum Abschied noch einmal verzauberten. Was für eine Tour, ich ordne die unter den Top 10 unserer Bergtouren ein. Der Aufwand hat sich gelohnt, unvergesslich wird dieser Tag in den Komovi bei uns verankert sein.
Auf der Heimfahrt hat es dann auf der Passstraße tatsächlich noch ein kräftiges Gewitter mit Starkregen gegeben. Was wenn jetzt noch jemand oben in den Bergen ist? Es war sehr vorausschauend diesen Gipfel nicht zu erzwingen, alles richtig gemacht!
Nun beende ich diese Reportage nach über zwei Stunden Rückfahrt, um 23:00 Uhr auf unserer Loggia. Morgen ist Strandtag, das ist gut!
21.09.2026 Ausflug in die berühmte Bucht von Kotor


… es wurden dann zwei Strandtage bei erneut prächtigem Wetter und schönen Sonnenuntergängen. Zum Urlaubsabschluss haben wir noch eine tagesfüllende Bootstour durch die Bucht von Kotor unternommen. Was für eine grandiose Landschaft, mit steil aus der Bucht aufragenden Bergen (auch einziger Fjord Südeuropas genannt) und historischen Städten wie Herzeg Novi, Perast und, zum krönenden Abschluss, Kotor haben wir dabei kennengelernt. Für einen weiteren Urlaub in Montenegro ist die Welterbestadt Kotor schon als Ausflugsort ausgesucht, heute war die Zeit einfach zu knapp dort. Abschließend ein paar Bilder von der, hier nur Boka genannten, Bucht von Kotor:





Morgen geht es nach unvergesslichen Tagen in Montenegro leider schon wieder nach Hause.