Auf dem Ruhrtal-Radweg vom Sauerland bis ins Ruhrgebiet

02.09.2026 Arnsberg – Wickede- Schwerte – Hagen (83 km)

 

Blick aus dem Ruhrtal auf den heutigen Startort Arnsberg

Eine Rückkehr zur Ruhr stand heute auf meinem Plan, einen weiteren Flussabschnitt dort zu fahren habe ich schon sehr lange „auf dem Schirm“. Deshalb hatte ich mir für diesen Tag eine Zugverbindung nach Arnsberg im Sauerland gebucht, um ab dort die Ruhr hinunter bis nach Hagen zu radeln.

Die Anreise erfolgte ab Südkreuz per ICE bis Dortmund, wo ich gegen 9:00 Uhr ankam, beim Umstieg noch genügend Zeit für einen ersten Kaffee hatte und dann gegen 10:20 Uhr meinen Startort Arnsberg erreichte. Ich erwischte glücklicherweise einen trockenen, angenehmen Spätsommertag bei Temperaturen um die 20 Grad. Es war teils sonnig, teils wolkig mit schöner klarer Luft und von Quellwolken dekoriertem Himmel. Ein Tag, so wie ich ihn am liebsten mag. Nur der Wind blies mir den ganzen Tag ins Gesicht, aber ich fuhr ja flussabwärts.

Erster Blick auf die Ruhr in Arnsberg
Blickfang in Arnsberg; Hübsche Fachwerkhäuser vor dem Glockenturm

In Arnsberg nahm ich mir, wie üblich, Zeit für Cappucci und Croissant im Herzen der einstigen preußischen Residenzstadt am Markt. Dort konnte ich mich auch mit Proviant eindecken und drehte dann erstmal eine kleine Runde durch die romantische Altstadt, wo ich einige schöne Fotomotive fand. Anschließend radelte ich gegen 11:30 Uhr zum Ruhrtalradweg hinunter, nahm den Bogen der Ruhrschleife mit, von wo sich noch schöne Blicke auf die Stadt ergaben und fuhr schon gefüllt mit ersten schönen Eindrücken aus Arnsberg hinaus.

Ruhrtalradweg über dem Fluss in Arnsberg
Schöne Flusslandschaft an der Ruhrschleife in Arnsberg

Der Ruhrtal-Radweg erfreute mich schon auf den ersten Kilometern mit weiten Blicken über die Landschaft im Flusstal, er ließ sich gut fahren und ich war schnell in meinem „Genießermodus“ angelangt. Rund um Neheim fand ich dann eine wunderschöne, renaturierte Flusslandschaft mit Schotterbänken, Inseln, blühenden Uferbereichen, umgestürzten Bäumen vor. Was für eine Überraschung, ich fühlte mich ein wenig an die Isar erinnert und das hier in Westfalen! Schon wenig später erreichte ich die Möhnemündung, hier endet der Möhneradweg (eine neue Inspiration für mich, auch wegen der berühmten Möhnetalsperre).

Wunderschöne, wilde Ruhr auf dem renaturierten Flussabschnitt zwischen Bruchhausen und Neheim:

Zurück in der Zivilisation an der Möhnemündung, welche fast erdrückt wird von Autobahn nebst Abfahrten

Das waren wohl die schönsten Flusskilometer dieses Tages, denn ab dort verlief der Weg zunächst zwischen Ruhr und Autobahn (die man wenigstens nicht sah, nur hörte) und dann weiter über Echthausen hinein nach Wickede. Inzwischen war es 14:00 Uhr und Zeit für eine erste Rast, welche ich mir am dortigen Marktplatz gönnte. Ab Wickede ging es eher unspektakulär über Fröndenberg bis Halingen, teils straßenbegleitend, teils auf Feldwegen oder durch Wohngebiete. In Halingen kam ich vom Ruhrtalweg ab und folgte einem Wegweiser fälschlicherweise hinauf in die Halinger Heide, wo ich nach einem überraschenden Anstieg dann dort oben doch einmal genau auf meine Karte schaute. Hier war ich, wie schon vermutet, falsch und musste nach ein paar schönen Aufnahmen dieses weiten Panoramas, wieder hinunter zur Ruhr radeln. Dort fand ich dann schnell den richtigen Weg weiter in Richtung Schwerte.

Idylle im breiten Ruhrtal bei Echthausen
Weiter Horizont auf Abwegen oben in der Halinger Heide
Ruhrtalradweg in der Ruhraue vor Schwerte, Regenwolken ziehen auf

Nun wurde es schon bald wieder idyllischer, in Langschede überquerte ich die Ruhr, anschließend radelte ich parallel mit der Bahntrasse nach Lüttgemüller, dort wieder über den Fluss und nun durch eine weite Weidelandschaft mit Pferde- und Rinderkoppeln durch das breite Flusstal genüsslich auf Schwerte zu.

Marktplatz mit St. Vitor in Schwerte
Romantische Kötterbachstraße in Schwerte

Zeit für eine zweite Pause am hiesigen Markt, den ich noch vor Schlag 4 erreichte (hier beherrscht der spitze Turmhelm der Kirche St. Vitor mit der Turmuhr das Stadtbild). Nach einem Abstecher in die kleine, von Fachwerkhäusern geprägte, Altstadt (es gibt dort richtig gute Fotomotive!) begab ich mich zurück zum Ruhrtal-Radweg, um den finalen Abschnitt durch die Ruhraue zum Hengsteysee und von dort hinein nach Hagen zu fahren. Es blieb auch hinter Schwerte richtig schön, mal direkt am Fluss, dann durch Wald, dann an der Bahn und schon hinter Westhofen kam die Dortmunder Hohensyburg in Sicht. Die Gegend kam mir bekannt vor, denn nun erreichte ich die Lennemündung und konnte dort an die bereits 2016 mit Elke absolvierte Ruhrtal Tour anknüpfen.

Ruhrtal an der Lennemündung (links die Ruhr, rechts die Lenne)
Hengsteysee und Hohensyburg mit Kaiser-Wilhelm-Denkmal und Burgruine

Weiter ging es am Südufer des Hengsteysees in Richtung Sperrwerk, hier gab es tatsächlich mal ein paar Regentropfen, welche aber das positive Gesamtbild dieses Spätsommertages nicht trüben konnten. Von dort konnte man schön zurück zur Syburg und auf das gegenüberliegende Koepchen-Pumpspeicherwerk schauen. An der Sperrmauer hieß es nun das Ruhrtal zu verlassen und mich in Richtung Hagen zum Bahnhof zu begeben. Auch das gelang, ich kam überpünktlich am dortigen Hauptbahnhof an, hatte noch Zeit für einen letzten Einkauf und begab mich dann zum Bahnsteig, wo mein bebuchter ICE mit nur leichter Verspätung ankam. Diese hat sich während der Fahrt auf eine 1/2 Stunde erhöht, was mich aber nach diesem erlebnisreichen Tag wenig stört. Morgen habe ich Urlaub, Opa Holli hat Enkelbetreuung, kann aber ausschlafen und muss die 3 nur von Schule und Kita abholen und bekochen.

Ziel in Sicht: Hagen Hbf

Der Zug erreicht in Kürze Wolfsburg und ich verabschiede mich nach einem weiteren Erlebnistag auf dem Rad, bis bald!