Spätsommertag im Hessischen Bergland

03.09.2025 Alsfeld (Oberhessen) – Lauterbach – Fulda 60 km

 

Die erste Radtour nach unserem Traumurlaub hatte ich schon lange im Voraus gebucht und wollte spontan entscheiden welchen Hessischen Radweg ich heute fuhr (mit dem bis Fulda gebuchten Ticket kann ja den ICE auch schon in Göttingen oder Kassel verlassen und Dank dem Deutschlandticket weiterreisen). Meine Wahl fiel auf den Radweg R2, um durch das Oberhessische Bergland im Vogelsbergkreis auf Fulda zu zu fahren. Ich erwischte einen angenehmen teils sonnigen Spätsommertag, jedoch mit böigem Wind, der mir heute den ganzen Tag ins Gesicht blies. Natürlich hätte ich auch mit dem Wind, also in entgegengesetzter Richtung radeln können, doch wollte ich zu gern in der wunderschönen Fachwerkstadt Alsfeld (Oberhessen) beginnen, um mir in aller Ruhe die Stadt anzuschauen und dort zu fotografieren.

Alsfeld (Oberhessen), Blickwinkel am Markt mit Weinhaus, Walpurgiskirche und Rathaus

Alsfeld erreichte ich, nach Umstieg in Fulda, pünktlich gegen 9:00 Uhr. Hier begann der Tag wie üblich mit einem Café, anschließend nahm ich mir fast zwei Stunden Zeit um die hübsche Altstadt zu erkunden. Ich habe ja schon so viele schöne Fachwerkstädte gesehen und fotografiert, doch heute wurde ich erneut überrascht von einem besonderen Stadtensemble. Es ist für mich jedes mal ein großes Vergnügen, solche historischen Kleinode zu entdecken und ich bin immer aufs Neue begeistert.

Hoch und Runter auf dem Schwalm-Radweg bei Hopfgarten…

Gegen 11:00 Uhr verließ ich Alsfeld auf dem Schwalm-Radweg in Richtung Lauterbach. Der Weg führte idyllisch durch die Berglandschaft rauf und runter. Das sollte heute auf der ganzen Strecke so bleiben, es gab immer wieder längere Anstiege zu bewältigen und selbst auf den Abfahrten rollte es wegen des kräftigen Windes von vorn einfach nicht… . So kam ich langsamer als gewohnt voran. Aber ich hatte genügend Zeit und die Strecke bis Fulda war ja wirklich nicht weit. Überall gab es schöne Blicke in die weite Landschaft des Vogelsbergkreises und ich war total entspannt dort oben unterwegs.

…der nächste Anstieg…
… Blick zurück ins Tal

Um 12:30 Uhr erreichte ich die Kreisstadt Lauterbach. Lauterbach ist ebenfalls sehr hübsch, hier kannte ich mich jedoch schon aus, denn meine Vogelsbergtour im März diesen Jahres (siehe Tourenreportagen) startete genau hier. Unterhalb der Altstadt an der idyllischen Lauter wollte ich meine Brotzeit halten und begab mich direkt zu den Schrittsteinen über dem Flüsschen am stadtbekannten Strolchdenkmal.

Lauterbach, Schrittsteine und Strolchdenkmal an der Lauter

Doch plötzlich entdeckte ich bei meinem dort abgestellten Rad schon wieder einen platten Reifen, das konnte doch nicht wahr sein! Schon das vierte Mal in diesem Jahr, immer auf Ferntouren, immer mit dem Mountain-Bike… . Jedenfalls habe ich inzwischen genug Routine mit dem Schlauchwechsel und ließ mir den Tag dadurch nicht verderben. Die Reparatur war schnell erledigt und die Luft hielt auch bis nach Fulda. Allerdings kann ich mir wieder einmal nicht die Ursache erklären, es ist wie verhext mit diesem Rad.

Landschaft bei Angersbach
Im Kurpark von Bad Salzschlirf

Die Stadt verließ ich dann auch dem Lauf der Lauter folgend über Angersbach und an der Burgruine Wartenberg vorbei in Richtung Bad Salzschlirf, wo ich im Kurpark die nächste Rast einlegte und natürlich auch in der dortigen Wandelhalle das Heilwasser kostete und in meine Trinkflasche abfüllte. Abschließend führte der Weg bis Fulda über Großenlüder und Bimbach überraschenderweise immer noch über lange Steigungen, bis er dann steil direkt zum Fuldataltal hinab fiel.

Blick in Richtung Fulda und Rhön vor der steilen Abfahrt

Vor der Abfahrt gab es dort oben noch ein tolles Panorama über die Domstadt auf die Gipfel der Rhön bis zur Wasserkuppe. Sehr angetan war ich neben der Wegführung (lediglich die letzten Kilometer vor Fulda führten straßenbegleitend neben einer 4-spurigen Schnellstraße entlang) auch von der Beschilderung. Wieder einmal war diese vorbildlich auf den Hessischen Fernradwegen!

Trotz meiner langsamen Fahrt kam ich überpünktlich in Fulda an, konnte deshalb eine letzte Rast vor dem Dom einlegen und sitze nun schon eine gefühlte Ewigkeit auf dem Bahnsteig um auf meinen verspäteten Zug zu warten. Fulda war heute schon zum vierten Mal Start-oder Zielort einer Ferntour, in Hessen war ich in diesem Jahr nun auch schon das dritte Mal zum Radeln, immer wieder gern!

Dom zu Fulda
Überall in Fulda fallen mir farbenfrohe und gepflegte Blumenbeete und -kübel ins Auge wie hier am Stadtschloss

Nachtrag: Mein ICE ist dann komplett ausgefallen, in nachfolgenden Zügen waren die Stellplätze ausgebucht und ich richtete mich schon auf eine Übernachtung in Fulda ein. Doch ich hatte Glück, als mich nach 3 Stunden des Wartens der wirklich letzte, ebenfalls verspätete ICE doch mitnahm. Vielen Dank an den netten Zugbegleiter, davor erlebte ich einige sehr genervte und abweisende Leute von den anderen Zügen. Aufgrund der tagtäglichen Verspätungen liegen die Nerven nicht nur bei den Reisenden sondern besonders auch beim Personal blank. Lediglich die Leute im Fuldaer Reisezentrum und in der dortigen Information nahmen die Sache gelassen und mit Humor (Galgenhumor, angesichts des täglichen Chaos auf den Strecken) und versuchten mich, wenn auch vergeblich, irgendwo unterzubringen.