15.-25.08.2025 Traumurlaub auf den Seychellen

Mit dem Fliegen und mit Fernreisen haben wir beide uns nie anfreunden können, lediglich unseren 25. Hochzeitstag nutzten wir 2015 für eine 4-wöchige Tour entlang der US-Ostküste. Dem sollte im Jahr 2020, zum 30. Jubiläum, ein Urlaub auf den Seychellen folgen, welcher aber wegen der Corona Pandemie ausfiel (was mir kein bischen wehtat…, stattdessen hatten wir damals wunderbare Tage an der holländischen Nordsee). Meine Elke musste mich ein wenig „schubsen“, und so befinden wir uns nun weitere 5 Jahre später zum 35. Hochzeitstag auf diesem Inselparadies im Indischen Ozean.
Die Anreise erfolgte ab Berlin mit Umstieg in Doha, tatsächlich mal ein recht entspannter Nachtflug ohne Ärgernisse. Der Berliner Flughafen funktionierte tadellos und das sogar während der Reisewelle in den Sommerferien! So kamen wir schon am 15.08. vor 9.00 Uhr auf Mahé an, und waren keine Stunde später in unserem Urlaubsquartier an der Nordwestküste der Hauptinsel. Was für ein entspannter, niedlicher Flughafen dort, Koffer schnappen, Passkontrolle und raus….

Ich hatte ein hübsches, kleines Hotel direkt am Meer ausgesucht und schon nach einem ersten Blick von unserer Terrasse auf den direkt unter uns liegenden Strand wussten wir, hier sind wir richtig! Eingerahmt von Granitfelsen und Kokospalmen lag dieses stille Fleckchen in einer üppigen tropischen Landschaft. Der erste Sprung in den Ozean vertrieb auch die Reisestrapazen schnell. Schon bald merkten wir, das unsere Gastgeber mit einer warmen Herzlichkeit gesegnet waren und wir sofort einen guten Draht zu den Menschen dort im Haus fanden. So entwickelte sich schnell eine entspannende Wohlfühlatmosphäre, die uns den ganzen Urlaub „versüßen“ sollte.

Wir wollten aber natürlich auch die Insel entdecken und in den dortigen Alltag eintauchen. Begonnen wurde mit dem öffentlichen Bus (angesichts fehlender Gehwege macht das Spazieren dort wenig Spaß), den wir für erste Erkundungen im näheren Umfeld nutzten. Das erwies sich schon als kleines Abenteuer, denn die Busfahrer dieser meist älteren Linienbusse indischer Bauart gaben sich als die uneingeschränkten Herrscher im Straßenverkehr. Fußgänger müssen beiseite Springen und entgegenkommende Autos ausweichen, am besten anhalten (das merkte ich dann später auch auf unseren Inseltouren per Mietwagen). Im Bus mit seiner spartanischen Ausstattung und zwischen den stets gut aufgelegten Insulanern fühlten wir uns tatsächlich wie in einer Achterbahn. Die Straßen sind sehr eng und kurvig, ständig geht es hoch und runter durch die bergige Landschaft, trotzdem rasen die dort durch, als wenn sie allein wären… wie auf dem Rummel klammerten wir uns mit den Händen an die Griffe. Alle anderen Verkehrsteilnehmer fahren jedoch sehr diszipliniert und den Verhältnissen entsprechend rücksichtsvoll.
Das Wetter auf Mahé empfanden wir als sehr angenehm, wir waren ja noch nie in den Tropen und deswegen gespannt, wie es sich dort aushalten ließ. Im August weht dort der stetige Wind des Südostmonsuns, welcher die allgegenwärtigen Quellwolken ständig in die gleiche Richtung trieb. Tag für Tag das gleiche Bild am Horizont bei angenehmen Tagestemperaturen um 30 Grad und 25 Grad in der Nacht. Ein Wetterbericht scheint hier überflüssig. So etwas kannten wir nicht, besonders beeindruckend auch der Abendhimmel über dem Meer und noch spektakulärer der pechschwarze Nachthimmel mit den Sternen des Südens. Dieses Schauspiel verfolgten wir fast jeden Abend von unserer Terrasse mit dem 180 Grad Blick über den Indischen Ozean und der stets in Wolken gehüllten Insel Silhouette als Fixpunkt am Horizont. Sonnenuntergang war schon kurz nach 18:00 Uhr und eine Stunde später war es stockduster.


Direkt am hiesigen Strand fand ich ich auch einen „eigenen“ Kletterpark in den hier besonders zahlreichen Granitfelsen. Was war das schön dort herumzukraxeln…, niemand sonst kam auf diese Idee und ich genoss diese Morgenstunden in der tosenden Brandung in absoluter Einsamkeit. Dort fand ich tolle Fotomotive auf und zwischen diesen steinernen Riesen. Diese stetige Brandung (welche auch nachts für eine kraftvolle Geräuschkulisse sorgte) nahm mir jedoch den Spaß am Schwimmen, weshalb ich sehr dankbar das Klettern annahm. Sogar das Schnorcheln war auch direkt vor der Tür machbar und sorgte für weitere Freudenmomente, schon wenige Meter vom Strand gab es felsige, von Korallen bewachsene fischreiche Stellen. Zum Schwimmen gab es dagegen im benachbarten Beau Vallon einen perfekten breiten und 1 1/2 Kilometer langen schneeweißen geschützteren Strand. Dorthin fuhren wir mehrmals nachmittags per Bus.




Für eine richtige Inselerkundung ist jedoch ein Mietwagen die beste Wahl, davon machten wir an drei Tagen Gebrauch. Mit dem Linksverkehr habe ich kein Problem, man muss nur auf der Hut vor dem abrupt in einem betonierten bis zu einem 1/2 Meter tiefen Graben endenden Straßenbett sein (gerade wenn ein Bus von vorn naht!). Die erste Tour führte uns in den Süden der Insel, wo wir an der Anse Takamaka und der Anse Intentendance zwei Traumstrände genießen durften. Inseltypisch auch hier neben den Granitfelsen die schiefen, zum Meer gewandten, Kokospalmen und die namensgebenden schattenspendende Takamakabäume vor dem weiten Rund der beiden Buchten und dem auch hier tosenden türkisfarbenen Meer.




Die zweite Fahrt nutzen wir nach einem Bummel durch die Hauptstadt Victoria für eine Fahrt in den Inselnorden. Dort an der Machabee Bucht fanden wir eine versteckte, nur durch eine kleine Treppe erreichbare Badebucht mit der perfekten Seychellenkulisse. Eingerahmt von imposanten Granitriesen (ein weiteres Kletterparadies) und unter den schattenspendenden Kokospalmen erlebten wir den nächsten Glücksmoment. Ein Platz um die Zeit zu vergessen…, hier war der Wellengang noch heftiger und an Schwimmen gar nicht zu denken.




Die dritte Fahrt führte uns in das grüne Herz der ohnehin üppig grünen Insel, den Morne Seychellois Nationalpark. Wir gingen den Morne Blanc Trail durch den tropischen Nebelwald hinauf zum gleichnamigen Gipfel auf 675 m. Für mich war das der eigentliche Höhepunkt (nicht nur topografisch) des gesamten Urlaubs. Das erste Mal überhaupt in einem tropischen Regenwald, waren wir wie gefesselt von der mystischen Stimmung zwischen den Wolken in diesem Bergwald. Der Weg war steil, führte über die allgegenwärtigen Wurzeln und Steine hinauf in einen Märchenwald, dicht bewachsen mit Farnen, Palmen, moosbewachsenen Lianen und mächtigen Baumriesen der vor Feuchtigkeit tropfte. Viele dieser Pflanzen sind endemisch, kommen also nur auf den Seychellen vor. Da war es fast nebensächlich das wir von der kleinen Plattform, auf dem Gipfel mitten in den Wolken stehend, Null Sicht hatten.






Den Nachmittag verbrachten wir dann an der Bucht von Port Launay, erneut einem wunderschönen langgezogenen Strand an einer geschützten Bucht, wo das Schwimmen auch gut möglich war. Hier gab es ein verstecktes Luxusresort, welches den größten Teil des Strandes füllte. Trotzdem ist der Strand wie auch überall auf den Inseln für alle zugänglich, weshalb wir uns dort auch niederlassen konnten und auch die Seychellois dort ihre Partys feiern können. Ein schöner Kompromiss zwischen Urlaubern und Einheimischen, der uns überall auf den Inseln auffiel. Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch das von Mangroven gesäumte Wetland.


Ich lernte sogar Kokosnüsse zu knacken in diesem Urlaub, nach den teils recht stürmischen Nächten lagen morgens bei uns am Strand immer wieder herabgefallene Kokosnüsse, die ich aufsammelte (morgens war ich immer der erste am Strand und im Wasser), mich aber schwer tat diese zu knacken. Nach ein paar Tipps gelang es mir dann aber doch mit sehr viel Kraft und der richtigen Technik, wodurch wir einen willkommenen Mittagshappen am Strand hatten.

Einen ganzen Tag verbrachten wir dann auf der Insel La Digue (zwei Stunden von Mahé entfernt), dort dominieren die Radfahrer. Das war natürlich für uns Radler ganz besonders schön. Ganz entspannt kann man dort auf dem Drahtesel die Insel erkunden. Aus der geplanten Inselumrundung wurde leider nichts, da wir am Strand Anse Patates an der Nordspitze der Insel, dem für uns bisher schönsten Seychellenstrand, einfach entzückt „hängenblieben“. Hier konnte ich auch wieder auf den bizarren Granitfelsen herumklettern und dort dem ultimativen Fotomotiv hinterherjagen.




Das Licht auf La Digue ist gefühlt noch einmal spezieller, das Meer noch türkiser leuchtend und das Azurblau des Himmels noch intensiver, genauso empfanden wir das dort und konnten uns nur schwer von diesem von Kokospalmen geschmückten Strand trennen. Denn wir wollten unbedingt noch zum berühmten Strand Anse Source d’Argent im Süden der Insel. Dort verbrachten wir die restliche Zeit bis zur Abfahrt entspannt. Den Sonnenuntergang erlebten wir an diesem Tag kurz vor der Ankunft über Mahé.
Nach einem weiteren entspannten Strandtag (man kann sich hier so herrlich fallenlassen…), rafften wir uns noch für eine geführte Bootstour durch den Sainte Anne Marine National Park auf den vorgelagerten Inseln östlich von Mahé auf. Hier gibt es einen reichen Fischbestand in einem geschützten Revier zu sehen. Dabei können herrliche Korallengärten schnorchelnd bestaunt werden.




Das war auch wirklich schön, wir waren eine prima Truppe von 5 Spaniern, 2 Franzosen und uns beiden, geführt von zwei supercoolen Rastajungs, welche trotz ihrer Jugend schon genau wussten, was wichtig im Leben ist. Die beiden vermittelten und bestätigten den von uns schon erfassten Lebensstil der Inseln: „Positve Vibrations“, genau nach Bob Marley (übrigens einem musikalischen Idol meiner Jugend, lang ist es her…), das zählt hier und erstaunlicherweise ist der einstige Star aus Jamaica bei der hiesigen Jugend in Mode und Körperkult tief verankert. Die Seychellen erlebten wir als das vielgerühmte Traumziel, mit liebenswerten Menschen und einer Sicherheit, welche man wohl sonst kaum in Afrika finden kann. Nie hatten wir dort Angst, weder beim Autofahren, noch beim Stadtbummel, nicht zu Fuß im Dunkeln auf der Straße und nicht beim Wandern in den Bergen.

Der Rückflug lief ebenfalls planmäßig und problemlos (nach einem noch fast kompletten Strandtag am hiesigen Strand) über Nacht und wir erreichten Berlin nach Umstieg in Doha pünktlich am heutigen Morgen (26.08.).
PS: Ich arbeite an einer umfassenden Bildergalerie dieses Urlaubs, welche ich demnächst am Ende der Galerie Landschaften zeigen werde.